FRAGEN UND ANTWORTEN ÜBER SCHAMANEN

 

Hier ein allgemeiner Überblick über die Ergebnisse meiner jahrelangen Studien über Schamanen.

Die 12 wichtigsten Fragen mit Antworten über Schamanen, die immer wieder auftauchen:

 

1. Wie ist das schamanische Weltbild aufgebaut?

2. Was ist Bewusstsein?

3. Was ist ein außergewöhnlicher (anderer) Bewusstseinszustand (Trance)?

4. Gibt es die Anderswelt wirklich?

5. Gibt es die Seele?

 

6. Welche Aufgabengebiete haben Schamanen?

7. Wie arbeiten Schamanen?

8. Was können Schamanen wirklich?

9. Wie wird man Schamane?

10. Gibt es gute und schlechte Schamanen (Scharlatane)?

11. Was ist Schwarze Magie bei den Schamanen?

12. Wie findet man einen Schamanen?

 

 

1.Wie ist das schamanische Weltbild aufgebaut?

 

Ein Weltbild ist die Sicht der Welt aufgrund des Wissens, der Erfahrungen, der Empfindungen, der Gedanken und der Wertvorstellungen (Bewertungen) eines Menschen. Im Wesen ist jedes Weltbild subjektiv und von Mensch zu Mensch verschieden. Wenn viele Menschen ein ähnliches Weltbild haben, nimmt man an, das dieses Weltbild objektiv ist, die Wahrheit und unabhängig ist vom Beobachter.

 

Früher glaubte man, die Erde sei eine Scheibe, da man mit eigenen Augen die Kugelform der Erde nicht sehen konnte. Heute weiß man mit Sicherheit, dass die Erde eine Kugel und rund ist, da man wenn man von einem Punkt aus immer gerade fährt, man irgendwann wieder zum Ausgangspunkt zurückkommt. Zusätzlich existieren Sattelitenaufnahmen, die zeigen, dass unsere Erde eine Kugel ist.

 

Doch auch diese Beobachtung, dass die Erde eine Kugel und rund ist, kann angezweifelt werden. In einem Traum z.B. sieht man die Erde als Kugel und rund von einer höheren Perspektive vom Himmel aus. Dann plötzlich wacht man auf. Wo ist die Erde hin verschwunden und wie entstand die höhere Perspektive im Traum? Man merkt dann, wenn man aufgewacht ist, dass alles nur eine gedankliche, geistige Vorstellung im Traum war. Im Traum selbst aber, hat man aber nichts gemerkt, dass alles nur eine gedankliche Vorstellung war. Vielleicht kann alles so ähnlich sein, wenn wir sterben und auch unser Tagesbewusstsein, Realität ist ein Traum. Wissen tun wir es erst, wenn wir sterben.

 

Schamanen behaupten jetzt aufgrund ihrer persönlichen Erfahrungen mit anderen Bewusstseinszuständen, dass unser alltägliches Weltbild unserer Realität, alles ist fest, wir sind als Personen getrennt von den anderen, die Erde ist eine Kugel und rund nicht stimmt.

Es handelt sich um eine eingeschränkte Sichtweise unserer Sinne, da wir nichts anderes kennen und erfahren haben. Wenn jetzt plötzlich im Leben eine Situation auftritt, wo neue Erfahrungen in anderen Bewusstseinszuständen gemacht werden, dann bekommt man eine andere Sichtweise von unserem Weltbild. Grundsätzlich kann gesagt werden, dass alle Schamanen auf der ganzen Welt, egal wo sie sich befinden, ein anderes Weltbild haben als unser alltägliches Weltbild von unserer Realität. Dieses andere Weltbild der Schamanen ist von Kultur zu Kultur und von Land zu Land unterschiedlich, gemeinsam ist aber, dass es mehr gibt zwischen Himmel und Erde, als wir mit unseren normalen Sinne wahrnehmen können. Dieses „MEHR“, was wir normalerweise nicht wahrnehmen können, können Schamanen wahrnehmen durch andere Bewusstseinszustände. Dieses „MEHR“ wird auch Anderswelt oder andere Realität (andere Dimension) genannt. Die Basis des schamanischen Weltbildes sind die Erfahrungen (Erlebnisse) in anderen Bewusstseinszuständen.

 

Normalerweise kennen wir nur 3 Bewusstseinszustände: Wachbewusstsein, Traum und Schlaf. Im Schlaf haben wir kein erfahrbares Bewusstsein. Schamanen kennen neben diesen 3 Bewusstseinszuständen noch andere Bewusstseinszustände (wie z.B. die Trance). Wenn andere Bewusstseinszustände hinzukommen, erweitert sich automatisch unser „normales“, alltägliche Weltbild zu einem anderen Weltbild. Die Erlebnisse in den anderen Bewusstseinszuständen der Schamanen können so stark und intensiv sein wie unsere normalen Erlebnisse am Tag. Die Schamanen gehen aufgrund ihrer gemachten Erfahrungen davon aus, dass die erfahrbare Anderswelt (Dimension) genauso wirklich ist wie unsere Welt und parallel zu unserer Welt existiert. Beide Ebenen, Anderswelt und unsere Welt, sind miteinander verbunden und beeinflussen sich gegenseitig.

 

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass sich das schamanische Weltbild mit der SICHTBARMACHUNG des UNSICHTBAREN (NICHT WAHRNEHMBAREN) beschäftigt. Beweisen mit uns bekannten, anerkannten, wissenschaftlichen Methoden kann man die Anderswelt (das Unsichtbare) nicht, aber nach allen Studien, die vorliegen, sprechen mehrere Faktoren eher dafür als dagegen, dass es zwischen Himmel und Erde mehr gibt, als wir wahrnehmen. Wenn ein schamanisches System sprich Weltbild funktioniert und z.B. Krankheiten dadurch geheilt werden oder andere menschliche Probleme gelöst werden können, ist für mich das der Beweis, dass es die Anderswelt gibt. Das schamanische Weltbild als Konzept ist genauso wahr wie die Wissenschaft, nur muss man als Ausgangsbasis ein anderes Maß festlegen als die uns anerkannten, wissenschaftlichen Methoden. Für mich ist dann etwas wahr, wenn etwas funktioniert. Das schamanische System funktioniert, deshalb ist es wahr.

 

 

2. Was ist Bewusstsein?

 

Das Bewusstsein ist eine imaginäre Schnittstelle, wo Erfahrungen, Erlebnisse, Gedanken, Gefühle zusammentreffen. Diese imaginäre, bildhafte Schnittstelle ist immer subjektiv, auf die eigene Person bezogen und der eigenen Wahrnehmung unterworfen. Man kann diese Schnittstelle als Prozess des Erkennens bezeichnen. Der Prozess des Erkennens ist wie ein Fluss, wo Energie fließt. Fließen kann etwas nur, wenn es 2 verschiedene Ebenen (Höhen) gibt. Die imaginäre Schnittstelle muss immer einen Bezug haben zu etwas anderem, einem Objekt, die Umwelt, die Außenwelt, frühere Erfahrungen und Wahrnehmungen, usw. Erst durch den Vergleich mit etwas anderem entsteht Bewusstsein. Das Bewusstsein hat zum Ziel sich selbst zu erkennen. Wer sind wir als wahrnehmende Person? Wenn man ein Objekt wahrnimmt, dann bildet sich ein Abbild auf der Netzhaut unseres Auges. Dieses Abbild wird von Nervenzellen in elektrische Signale umgewandelt und durch das gesamte Gehirn in den Hinterkopf geleitet zu einer Schnittstelle. In dieser Schnittstelle bildet sich der wahrgenommene Gegenstand im Bewusstsein, man nennt diesen Prozess sehen.

 

 

3. Was ist ein außergewöhnlicher (anderer) Bewusstseinszustand (Trance)?

 

Bei einem außergewöhnlichen (anderen) Bewusstseinszustand (Trance) verändert sich der alltägliche Wahrnehmungsprozess unseres Sehens. Man denkt anders, man fühlt anders, man erlebt anders. Die Position des wahrnehmenden Subjektes (das ICH) verändert sich, so ähnlich wie in einem Traum. Man könnte einen anderen Bewusstseinszustand als Halbschlaf, Mittelzustand zwischen Wachbewusstsein und Traum beschreiben. Einen anderen Bewusstseinszustand kann man nur verstehen, wenn man diesen erlebt. Bei jeder erlebten Situation ist immer auch ein Gefühl beteiligt. Das Gefühl ist ein Energiefluss. Ein Energiefluss kann nur entstehen, wenn es verschiedene Ebenen gibt. Unser Gefühl ist der Energiefluss zwischen 2 Ebenen, dem bewussten Äußeren und dem unbewussten Inneren. Im normalen täglichen Leben, ist dieses unbewusste Innere nicht näher definiert und schwer wahrnehmbar. Im Traum und in der Trance wird dieses unbewusste Innere greifbarer, definierbar, sichtbar. Das dieses unsichtbare Unterbewusstsein sichtbar und erfahrbar ist, ist der Beweis für die Existenz. Der Unterschied zwischen normalen und außergewöhnlichen Bewusstseinszustand besteht in der Wahrnehmung des Wechselspiels der 2 Ebenen, dem Bewusstsein und dem Unterbewusstsein. Beim normalen Bewusstseinszustand ist das Unterbewusstsein vorhanden aber fast ausgeblendet und nicht wahrnehmbar, beim außergewöhnlichen Bewusstseinszustand ist das Unterbewusstsein vorhanden, eingeblendet und stark wahrnehmbar. So wird die Anderswelt (andere Dimension) sichtbar.

 

 

4. Gibt es die Anderswelt wirklich?

 

Die Anderswelt (andere Dimension) ist ein Konzept, um etwas zu beschreiben, dass jenseits unserer Wirklichkeit liegt. Dieses Konzept hat die Aufgabe alles Unsichtbare, Unterbewusste, nicht Wahrnehmbare greifbar zu machen. Einige Menschen meinen, dass es diese Anderswelt nicht gibt. Andere Menschen wiederrum meinen, dass es die Anderswelt sehr wohl gibt, aufgrund gewisser außernatürlicher Erfahrungen. Für einen Menschen gibt es nur dann die Anderswelt (andere Dimension), wenn er diese erfahren, erlebt, gefühlt, hat. Durch andere außergewöhnliche Bewusstseinszustände kann man die Anderswelt (andere Dimension) erfahren. Alle Menschen haben schon einmal in ihrem Leben einen Traum gehabt und deshalb müssten alle Menschen zustimmen, dass es die Anderswelt (andere Dimension) gibt. Viele Menschen hatten schon andere, außergewöhnliche Bewusstseinszustände und müssten ebenfalls zustimmen, dass es die Anderswelt (andere Dimension) gibt. Trotzdem ist dem nicht so, viele meinen, dass Träume und andere Bewusstseinszustände überhaupt nichts mit anderen Dimensionen, Welten zu tun haben, sondern ein Nebenprodukt unseres Geistes sind. Alles hängt ab von der subjektiven Bewertung des Einzelnen, wie er was definiert. Erfahrungsgemäß ist zu sagen, dass je stärker ein Traum oder anderer Bewusstseinszustand erlebt, gefühlt, wird, desto stärker die Annahme, dass es die Anderswelt (andere Dimension) gibt. Ab einer gewissen Intensität des Erlebten, speziell eines anderen Bewusstseinszustandes, gibt es die Diskussion gar nicht mehr, ob es die Anderswelt gibt oder nicht, die Person muss ja sagen zu der Existenz der Anderswelt. Das wäre dasselbe, wenn wer sich im Tagesbewusstsein befindet in unserer Realität und zweifelt, ob alles real ist.

 

 

5. Gibt es die Seele?

 

Als Seele wird meist der nicht materielle Teil eines Lebewesens bezeichnet. Aufgrund von Beobachtung und Erfahrungen z.B. Träume, außergewöhnliche Bewusstseinszustände, Nahetoderfahrungen, usw. geht man davon aus, dass es diesen Teil gibt. Bei der Seele handelt es sich um ein Ideenkonstrukt (Vorstellung der Menschen). Es kommt fast in allen Religionen vor. Alle Religionen glauben an ein Weiterleben nach dem Tod, unabhängig vom materiellen Körper. Was da weiterlebt wird als Seele bezeichnet und muss auch dann im jetzigen Leben da sein. Man kann den Begriff Seele auch gleichsetzen mit Anderswelten, andere Dimensionen, unserem Unterbewusstsein, dem Unsichtbaren, dem nicht Wahrnehmbaren, denn es gibt keine eindeutige Grenze wo die Seele ist, wo sie anfängt und wo sie aufhört. Aufgabe des Schamanismus ist es die Seele sichtbar, greifbar, erfahrbar zu machen. Wenn dies gelingt, kann man mit diesem Medium dann arbeiten, um Veränderungen in unserem Leben zu erreichen.

 

Mit Seele wird auch der innere Teil eines Menschen, eine Charaktereigenschaft bezeichnet, man sagt dann z.B. der hat eine gute Seele. Man meint damit dieser Mensch hat ein gutes Wesen. Als Wesen bzw. als Seele bezeichnet man, was einer Sache, charakteristisch zu Eigen ist.

 

Weiter gibt es den Begriff Körper-Geist-Seele, damit ist gemeint, dass wir Menschen viel mehr sind als unser materieller Körper. Man sagt, dass wenn alle 3 Teile Körper, Geist, Seele harmonisch aufeinander abgestimmt sind es zu einem starken Einheitsgefühl kommt. Man merkt es, die Energie fließt dann. Es ist Lebenskraft da. Man kann folgenden Vergleich des Körper-Geist-Seele Modells aufzeigen. Ein Fahrzeug z.B. Auto, das von einem Punkt zu einem anderen will, braucht 3 Dinge. Das Auto (Karosserie) entspricht dem Körper, der Fahrer das entspricht dem Geist und das Benzin (das Antriebsmittel) entspricht der Seele. Erst wenn alle 3 Dinge zusammen funktionieren, gewährleistet es eine Fortbewegung von einem Punkt zum anderen. Mit keinem technischen, wissenschaftlichen Mittel kann man die Existenz der Seele nachweisen. Den Körper kann man erfassen und auch gewisse geistige Prozesse des Menschen kann man nachvollziehen. Die Seele kann man zwar nicht sehen, aber erfühlen.

Sehr oft funktioniert unser Körper sehr gut und auch unser Geist ist ok, trotzdem fehlt irgendetwas, nämlich das gute Gefühl. Man merkt es, dass die Energie in uns nicht fließt. Wenn die Energie fließt, merkt man das am guten Gefühl. Es gibt also 2 Zustände man fühlt sich wohl und man fühlt sich unwohl. Es muss jetzt etwas geben neben unserem Körper und Geist, dass dieses WOHL SEIN bzw. UNWOHL SEIN erzeugt und beeinflusst. Dieses nicht näher definierbare ETWAS ist die Seele. Was das genau ist und wie es funktioniert kann durch gewisse Selbstfindungsmethoden, z.B. dem Schamanismus greifbar gemacht werden. Wenn das greifbar gemacht wird, kann das UNWOHL SEIN in ein WOHL SEIN umgewandelt werden und es entsteht Harmonie und Liebe und dadurch erfahren wir unser Einheitsgefühl.

 

Alle Schamanen und Personen, die sich mit dem Schamanismus beschäftigen, wissen aufgrund gemachter Erfahrungen in anderen Bewusstseinszuständen, dass es das gewisse ETWAS, gibt, das sich mitintegriert in unser Leben und uns leitet und lenkt. Dieses ETWAS kann man als Seele, Unterbewusstsein, andere Dimension, Anderswelt, usw. bezeichnen, gemeinsam ist aber, das es sich um etwas ABSTRAKTES, nicht Greifbares handelt. Dieses ABSTRAKTES kann durch den Schamanismus in ein KONKRETES Greifbares, anschauliches verwandelt werden. Wenn dies geschieht verändert das unser Denken, Fühlen und unser Wahrnehmen, sprich unser komplettes Bewusstsein verändert sich.

 

 

6. Welche Aufgabengebiete haben Schamanen?

 

Schamanen sind Ärzte, Medizinmänner, Psychologen, Lebensberater, Priester, Lehrer in einer Person. Folgende Aufgaben können Schamanen übernehmen:

 

-heilen und mildern von körperlichen Krankheiten

-heilen und mildern von psychischen Leiden

-den Weg aufzeigen, wie man sich selbst findet

-einen Beitrag leisten für die spirituelle Weiterentwicklung

-durch Rituale unsere Umwelt, Wetter, Lebenssituationen beeinflussen

-positive Verwünschungen z.B. Liebeszauber, Erfolgszauber bewirken

-negative Verwünschungen wie Unglück, Tod, Krankheit bewirken

-negative Besetzungen neutralisieren, z.B. den Teufel austreiben

-Kontakt zu Geistern, Wesen und Toten herstellen

-eine Person oder sich selbst in Trance versetzen

-Träume und Visionen zu schaffen und auch zu deuten

-eine Person auf den Tod vorbereiten, z.B. Sterbebegleitung

-Lösungsvorschläge bei Problemen jeder Art zu unterbreiten

-eine Initiation zu vollziehen, z.B. Krönung eines Stammesoberhauptes

-alle Funktionen, die ein Priester in einer Religion übernimmt, auszuführen z.B. Taufe, Ehe

-jagdmagische Rituale und Weisungen zu vollziehen

-die Zukunft und andere Weissagungen vorauszusagen

-die Vergangenheit zu deuten

-als Verwandler und Streitschlichter zu fungieren

-den Kontakt zwischen Diesseits und anderer Welt herstellen

-unsere Seele, unser Unterbewusstes greifbar zu machen

-Tiere, Pflanzen, Gegenstände zu segnen, ihnen Kraft einflößen

-Lebensweisheiten zu vermitteln

 

 

7. Wie arbeiten Schamanen?

 

Ziel ist es die momentane Situation, unser Leben, zu verändern durch die geistige Kraft des Schamanen oder durch die Beeinflussung der Naturkräfte in unserem Universum. Erreicht wird dies meist durch verschiedene Medien, Praktiken, Rituale und Handlungen. Diese sind von Kultur zu Kultur und Land zu Land unterschiedlich. Zentraler Bestandteil des Schamanismus und die Arbeit der Schamanen ist der andere Bewusstseinszustand. Entweder setzt sich der Schamane selbst oder den Klienten (Hilfesuchenden) in einen anderen Bewusstseinszustand. Man denkt, fühlt anders, die Wahrnehmung und das Bewusstsein verändert sich. Da alles mit allem verbunden ist, wird so die momentane Lebenssituation und Umwelt beeinflusst.

 

Den anderen Bewusstseinszustand kann man erreichen durch:

 

verschiedene Bewegungs- und Atemtechniken,

Musik, Gesänge und Tanz,

psychoaktive Substanzen,

Sinnesentzug oder Sinnesüberreizung,

Fasten,

Meditation,

Hypnose,

Gebete und Rezitationen,

Lesen und Studieren besonderer religiöser Bücher

 

Die Schamanen im Amazonasgebiet leben direkt oder unmittelbar in der Nähe des Amazonasurwaldes. Der Hauptbestandteil des Amazonasurwaldes sind die Pflanzen, deshalb sind die Hauptvermittlungselemente die Pflanzen. Bei der Arbeit der Schamanen im Amazonasgebiet sind fast immer Pflanzen beteiligt, dass liegt in der Natur der Sache, da sich der Schamane im Amazonasgebiet geographisch im oder bei dem Amazonasurwald befindet. Die Pflanzen werden eingenommen (gekocht oder roh), aufgetragen auf die Haut, als Räucherwerk verwendet oder aber als Gegenstände in und bei Ritualen verwendet. Durch diesen Prozess erwartet man sich eine Veränderung. Das komplette schamanische System im Amazonasgebiet baut darauf, dass unser Geist bzw. unser Bewusstsein Einfluss hat auf unsere Materie. Man geht davon aus, dass auch unsere feste Materie auf der Unterebene nichts anders ist als Bewusstsein, Geist. Mittlerweile erkennt auch die Wissenschaft an, dass es die feste Materie gar nicht gibt, da jede Materie aus beliebig vielen immer kleiner werden Teilchen aufgebaut ist. Irgendwann auf der Unterebene verlieren diese kleinen Teile ihre Festigkeit und es bleibt nichts mehr übrig, außer einer Energiebewegung. Diese Energiebewegung hat aber eine gewisse Stabilität und Kontinuität, deshalb nehmen unsere Sinnesorgane die Materie als fest war. In Wahrheit aber weiß wirklich niemand, wie alles genau aufgebaut ist. Da man aber durch den Schamanismus und seine geistige Komponente – Geist beeinflusst Materie - Veränderungen im Leben herbeiführen kann, muss man davon ausgehen, dass etwas Wahres daran ist an dem Weltbild der Schamanen.

 

 

8. Was können Schamanen wirklich?

 

Viele unglaubliche Geschichten und Mythen gibt es hier. Angefangen von Tote zum Leben erwecken, den Körper beliebig verwandeln, Gegenstände materialisieren bzw. entmaterialisieren, alle Krankheiten dieser Erde heilen, in die Lüfte erheben, ins Wasser eintauchen und dort leben, usw.

Meist gibt der Schamane auch an, was er für Wunder schon vollbracht hat und führt auch einige Beweise an.

Die Realität schaut aber anders aus. Man darf nicht vergessen, dass es die meisten Schamanen in ärmlichen Ländern gibt, wo das Gesundheitssystem und die medizinische Versorgung nicht gewährleistet sind. Ein Sozialsystem gibt es nicht, wer kein Geld hat, kann sich auch keinen Arzt oder Spital leisten. Arme, kranke Leute haben oft kein Geld und können sich keine medizinische Versorgung leisten. Sie gehen dann zum Schamanen, der ihnen eine günstige Behandlung anbietet, viele Male fast gratis oder als Gegenleistung nur Naturalien. Weiter kommt hinzu, dass es in armen Ländern mit Arbeit und Einkünfte bei der Bevölkerung immer Probleme gibt, es ist nicht genug da. Schnell findet sich eine Person, die sich Schamane nennt und so seinen Lebensunterhalt verdient. In letzter Zeit (vergangene 5 Jahre) hat im Amazonasgebiet ein spezieller Tourismus-Schamanenboom Einzug gefunden. Ausländische Gäste sind auf der Suche nach Schamanen, um gewisse spirituelle Erfahrungen zu bekommen. Die Touristen bringen gutes und schnelles Geld ins Land. Ist es da ein Wunder, dass die arme einheimische Bevölkerung und gewiefte Geschäftsleute davon profitieren wollen. Viele wollen heute im Amazonasgebiet Schamane sein bzw. damit etwas zu tun haben wegen dem Geld. Speziell den Touristen wird alles versprochen. Die Wahrheit ist, das der Schamane im Amazonasgebiet und auch woanders in der ganzen Welt, normale, sterbliche Menschen sind wie wir alle. Ihre Fähigkeiten und Möglichkeiten sind begrenzt durch unsere Naturgesetze. Wunder gibt es, aber utopische Wunderheilungen, dass Blinde wieder sehen können oder Lahme wieder gehen können, gibt es nicht. Auch den Sterbenskranken, die eine ständige medizinische Betreuung benötigen, nicht mehr selbst mobil sind, kann von Seiten der Schamanen nicht mehr geholfen werden, dass wäre gegen unsere Naturgesetze. Der Spielraum des schamanischen Wirkens ist begrenzt.

 

Trotz dieser Beschränktheit der Möglichkeiten macht es Sinn einen kompetenten, guten Schamanen aufzusuchen, es geht darum Hoffnung und positives Lebensgefühl zu verbreiten und zu erfahren. Die hilfesuchende Person sollte den Ruf seines Herzens folgen, ob der Schamane eine Option bietet für eine Verbesserung im Leben. Es geht um die Chancen innerhalb unserer Naturgesetze. Man weiß immer erst in Nachhinein, ob etwas hilft und wirkt. Ein Sprichwort sagt, verstehen kann man das Leben nur rückwärts, leben muss man es aber vorwärts. Wichtig ist, ob die Methoden der Schamanen einen antörnen, innerlich gefallen, dann ist schon viel gewonnen. Was Schamanen wirklich können ist immer subjektiv, der Hilfesuchende entscheidet selbst, was der Schamane für ihn bewirkt hat oder nicht. Man hört eine Geschichte, sieht einen Bericht und dann entsteht im Gedanken (in der Phantasie) eine Idee. Das Hauptproblem bei dem Wirken (der Arbeit) der Schamanen ist, dass geistige Prozesse (Behandlungen und Rituale) auf die Materie einwirken und die Umwelt sich dann verändert oder auch nicht. Diese Veränderungen mit wissenschaftlichen Methoden nachzuweisen, ist unmöglich, da die geistige Kraft des Schamanen nicht unmittelbar und direkt auf die Materie und Umwelt wirkt, sondern indirekt, mit Verzögerungen. Plötzlich ist dann eine Situation verändert, durch wen und wie es genau geschah, ist nicht eindeutig nachzuvollziehen. Es ist auch egal, Hauptsache es kommt unter dem Strich etwas Positives für den Hilfesuchenden heraus und wenn es nur die schönen Erlebnisse und Rituale sind oder die Liebe des Schamanen zu seinen Klienten ohne einer konkreten Heilung.

 

Im Wesen bemüht sich der Schamane, alles zu tun, im Rahmen seiner Möglichkeiten, damit der Hilfesuchenden ein besseres Leben bekommt. Ein gewisses Interesse und Liebe zu der schamanischen Arbeit muss auf alle Fälle von Seiten des Schamanen da sein, damit einer den Schamanenberuf ausübt. Genau diese Energie ist es, die wirkt. Je mehr Interesse und Liebe zum Thema, zu eigener Sache, desto mehr Wirkung und je größer die Fähigkeiten und Möglichkeiten des Schamanen. Das ist eigentlich bei jeder Sache so auf dieser Welt.

 

 

9. Wie wird man Schamane?

 

Jede Kultur und jedes Land hat ihre eigene Vorstellung wie man Schamane wird. Manchmal wird gesagt, dass es Vererbung, Talent, ist und von der Familie automatisch mitgegeben wird, dass man Schamane ist. Manchmal wird gesagt, dass wen wer eine schwere Krankheit übersteht, er besondere Fähigkeiten besitzen muss und dann ist er automatisch Schamane. Manchmal ist einfach ein besonderes Erlebnis, z.B. Nahetoderlebnis verantwortlich, dass wer Schamane wird. Manchmal lehrt eine Person eine esoterische, philosophische Theorie und wer dieser Theorie folgt ist automatisch Schamane. Manchmal wird gesagt, dass derjenige der sich mit Kräuter- und Pflanzenwissen beschäftig ein Schamane ist. Viele unglaubliche Ideen und Geschichten gibt es hier.

 

Was die Schamanen im Amazonasgebiet betrifft folgt der Prozess der Schamanenwerdung in mehreren Stufen. Während der Ausbildungszeit zieht sich der werdende Schamane in die Einsamkeit zurück, in der er verschiedene Initiationen durchläuft. Der zentrale Eckpfeiler, dem alle Schamanen im Amazonasgebiet zustimmen, wie man Schamane wird, ist die spirituelle Diät. (Eine spirituelle Diät hat wenig mit einer Diät zur Gewichtsabnahme zu tun.)

 

Bei einer spirituellen Diät zieht man sich auf längere Zeit (Wochen, Monate) in die Abgeschiedenheit (im Urwald in eine Hütte) zurück. Man isst sehr wenig, nur das notwendigste (Wasser, Fisch, Huhn, Maniokmehl, Reis, Nudeln, Hafer, kein Salz, keinen Zucker, keine Früchte) und man versucht möglichst am Tag nichts zu tun und mit der Umwelt (Personen) keinen Kontakt zu haben. Weiter ist der Verzicht auf Sex und Selbstbefriedigung ein wichtiger Bestandteil in der Diät.

Wir nehmen unsere Umwelt durch unsere 5 (6) Sinne war. Die Energie von Augen, Nase, Ohren, Mund, Gefühle geht von innen nach außen und umgekehrt. Man kann sagen, dass unsere Umwelt die Projektion unseres inneren Unterbewusstseins ist. Was würde passieren, wenn man alle diese Sinnesausgänge verstopft, schließt - wahrscheinlich würde man sterben - z.B. weil man ja irgendwie atmen auch muss. Dies ist klar und eindeutig. Was würde aber passieren wenn man diese Eingänge, Öffnungen bis auf das Lebensminimum beschränkt, das heißt so weit einschränkt, dass die Energie von innen nach außen nur ein bisschen fließt, gerade zum Leben reicht. So ähnlich wie bei Blinden, die nicht sehen können entwickeln sich dann die anderen Sinne stärker und genauso funktioniert die spirituelle Diät.

 

Man macht den ganzen Tag möglichst wenig, hat keinen Kontakt zur Außenwelt, isst wenig und in der Nacht dann (durch Unterstützung mittels verschiedener Pflanzen des Urwaldes) geht man auf Traumreise. Diese Träume aber transformieren sich mit der Zeit (Tage), da ja die Energie der Sinne, die künstlich gespart (zurückgehalten) wird am Tag, in der Nacht dann als Energie (Sprit, Treibstoff) verwendet wird, um in tiefere Regionen vorzustoßen. Später dann (im fortgeschrittenen Diätstadium) geschieht der Prozess dann ohne Pflanzen, man setzt sie ab, gewisse Pflanzen werden nur am Anfang als Türöffner, Beschleunigung verwendet. Die Energie folgt der Aufmerksamkeit der Gedanken, wenn man durch die Diät die Energie, Gedanken, Sinne mehr nach innen richtet, dann kommt man auch mehr mit dem Inneren in Kontakt, alles (Bewusstsein) ist eine Frage des Fokus.

 

Die spirituellen Diäten ist ein Lernen in Träumen auf subtiler Ebene, wie unser Universum aufgebaut ist. Man lernt sozusagen von seinem eigenen höheren Selbst – eigener Seele, der bewusste Teil tritt dann mit dem unbewussten Teil mit einen in Kontakt. Das höhere Selbst in einen ist ja totale Liebe und so kommt man durch die Diät mit der eigenen Liebe in Kontakt – es kommt dann mehr Liebe in das Leben. Die spirituelle Kraft eines Schamanen hängt ab, wie weit er es schafft den inneren, unbewussten Teil -die innere Liebe- bewusst zumachen und nach außen zu transformieren. Dadurch vermindert sich die Ich – Bezogenheit unser EGO. Das Bewusstsein des Schamanen ist dann nicht mehr konzentriert auf sein ICH, seine Person, sondern immer ausgerichtet auf die Gesamtheit und Einheit. Je mehr spirituelle Kraft jemand besitzt, nennen wir diese Kraft innere Liebe, desto mehr kann er die Umwelt, unser Leben, unsere momentane Situation verändern. Nach schamanischen Weltbild ist unser Universum kein mechanisches, Baustein auf Baustein, fix, starr und hart, wie wir es wahrnehmen, sondern flüssig und flexibel wie Butter, alles ist Geist und Bewusstsein. Der Stoff aus Träumen und der Stoff aus dieser Welt haben dieselbe Basis und Eigenschaften, nur fehlt es uns an Bewusstheit dies wahrzunehmen. Bei der Heilung von schweren Krankheiten ist immer das Diätsystem mitbeteiligt. Schamanen empfehlen eine Diät zu machen, denn in diesem Stadium repariert ein Teil der Seele den anderen kaputten, kranken Teil.

 

Im Amazonasgebiet gilt die allgemeine Regel, dass die Anzahl der gemachten Diäten ausschlaggebend ist für Grad der Stufe des schamanischen Wissens. Je mehr Diäten in Abgeschiedenheit ein Schamanen gemacht hat, desto mehr kann er und desto mehr Möglichkeiten hat er. Die Diäten werden aber auf Etappen und mit Pausen gemacht, z.B. einmal 1 Monat dann eine Pause, dann 3 Monate und dann eine Pause und dann vielleicht wieder 1 Monat usw. Ein anerkannter, kompetenter Schamane von Format hat in seinem Leben ca. insgesamt 1 Jahr lang (mit Pausen und Etappen) eine Diät gemacht. Wenn man einen Schamanen im Amazonasgebiet fragt, wie man Schamane wird, bzw. wie er Schamane geworden ist, sagte dieser dann durch spirituelle Diäten in Abgeschiedenheit. Das ist das Grundkonzept im Amazonasgebiet, ohne Diäten wird man nicht Schamane. In anderen Kulturen und Ländern ist es möglich auch ohne spirituelle Diäten, dass man Schamane wird, da dort andere Glaubensstrukturen vorherrschen.

 

Anzunehmen ist, dass mit mehr spirituelle Diäten ein Schamane auch mehr Heilerfolge aufzuweisen kann, aber Garantien diesbezüglich gibt es nicht. Entscheiden ist aber die Praxis, welche Ergebnisse, Heilerfolge ein Schamane wirklich vollbringen mag. Das ist so ähnlich wie wenn ein Schüler etwas lernt und je mehr er lernt desto besser wird er, aber eine Garantie, dass er das gelernte auch umsetzen kann, gibt es nicht. Viele Schamanen erzählen stolz und selbstsicher wieviel lange Diäten sie in ihrem Leben gemacht haben und wieviel Pflanzen sie kennen und wie viele abgeleitete Heilessenzen sie fähig sind herzustellen. Das macht einen guten Eindruck, beweisen kann der Hilfesuchende das sowieso nicht. Weiter kann man auch nicht nachweisen, ob die alten strengen, schamanischen Regeln auch wirklich eingehalten wurden, z.B. der Verzicht auf Sex. Nur wenn strikte Regeln eingehalten wurden ist ein Aufstieg möglich.

 

Aber gehen wir in die Praxis, da trennt sich die Spreu vom Weizen und da zeigt sich wirklich wer kompetent ist und wer nicht. Wer heilt, bzw. Erfolge zur Verbesserung der Lebensqualität des Hilfesuchenden vollbringt hat Recht und ist mehr Schamane, als derjenige der mehr Diäten gemacht hat. Ein anerkannter, kompetente Schamane wird man nicht durch reden, angeben, predigen, Rituale vollziehen, sondern durch Taten. Je mehr Taten (wirkliche Heilungen) einer vollbracht hat, desto kompetenter ist er.

 

 

10. Gibt es gute und schlechte Schamanen (Scharlatane)?

 

Als Scharlatan wird jemand bezeichnet, der Fähigkeiten oder Erfolge vortäuscht, die mit den Tatsachen nicht übereinstimmen. Vereinfacht ausgedrückt ist der Scharlatan ein Schwindler, der Leute hinters Licht führt. Der Begriff stammt von dem italienischen ciarlare ab, was soviel wie schwätzen bedeutet. Im Mittelalter versuchten Verkäufer auf Märkten ihre Waren durch schreien an den Mann zu bringen. Einige dieser Verkäufer erzählten unseriöse Geschichten über ihre Produkte, damit sich diese besser verkaufen. Mit der Zeit kannte man diese unseriösen Verkäufer und nannte dieser Schwätzer. Im Spanischen heißt charlar plaudern, quatschen und ist in der Bedeutung den italienischen ciarlare ähnlich. Dieser Begriff wurde dann ins Deutsche übernommen und vor dem CH ein S gesetzt, nämlich Scharlatan. Mit Scharlatan ist gemeint ein schlechter Schamane, der die Leute bewusst betrügt. Man hört immer wieder aus den Medien, dass Leute von Heiler betrogen worden sind, da diese Heiler den Leuten Geld herausgelockt haben, man versprach etwas, kassierte ab, aber die Versprechungen hielten nicht.

 

So einfach und eindeutig wie es dargestellt ist, ist die Sache nicht! Wenn jemand etwas verspricht und Geld fordert und der andere gibt ihm etwas, muss er zumindest etwas Haben, Können, Ausstrahlen damit es überhaupt dazu kommt. Wenn überhaupt keine gefühlsmäßige Beziehung zwischen Betrüger und Betrogenen da ist, man nichts anbietet, kann es niemals zu einem Betrug kommen. Meist ist es die Achtung, Wertschätzung und auch Liebe, die ein Scharlatan seinem Klienten entgegenbringt. Der Hilfesuchende ist gefühlsmäßig gerührt, dadurch entsteht eine Bindung, Beziehung, die die Ausgangsbasis bildet für alles Weitere. Also irgendeine Leistung muss der Scharlatan, Schwindler, Betrüger immer vorher erbracht haben. Eine Leistung fand tatsächlich immer statt, nur ist es die Frage, ob es der dementsprechenden Gegenleistung entspricht. Bei jedem Betrug was falsche Versprechungen betreffen von Seiten des Schamanen, ist immer auch der Hilfesuchende mitverantwortlich. Wir sind keine Kinder, sondern mündige Erwachsene.

 

Wenn man Schamanen fragt wer oder was ist Gott, sagen sie immer Gott ist alles, denn Gott hat auch alles erschaffen. Gott hat auch den bösen, schlechten Schamanen (Scharlatan) erschaffen. Deshalb hat auch der Scharlatan eine göttliche Komponente in sich wie jeder anderer Mensch und deshalb kann auch der Scharlatan einem weiterhelfen. Interessant ist, dass der Scharlatan sich selbst nicht als Scharlatan nennt, sondern immer sagte die Scharlatane sind die anderen. Von höherer Ebene aus gibt es den schlechten Schamanen sprich Scharlatan nicht, wir Menschen sind spirituell gesehen alle gleich. Oft hat der Nachbar von nebenan, der mit den Schamanen nichts zu tun hat, einen besseren, effizienteren Ratschlag für uns als der weise Schamane von Format im Urwald. Dasselbe ist es mit den guten und bösen Menschen. Jeder böse Mensch, z.B. Terrorist, Mörder wurde auch einmal als unschuldiges Baby geboren und hat auch die göttliche Komponente in sich. Gleich viele gute Eigenschaften wie negative Eigenschaften. Später dann haben sich die negativen Eigenschaften überproportional entwickelt und nach außen manifestiert, meist aufgrund fehlender Liebe.

 

Jetzt muss die Frage gestellt werden, warum es die Bösen und die Scharlatane überhaupt gibt? Warum hat Gott sie erschaffen? Um die Liebe, das Gute aber in unserem Leben zu erfahren und zu fühlen, muss es etwas anderes, entgegengesetztes geben. Es kann nur etwas existieren, wenn es auch etwas anderes gibt. Wenn alles im Leben weiß wäre würden wir weiß nicht mehr erkennen, deshalb braucht es einen von sich selbst unterscheidenden Hintergrund, z.B. auch die Farbe schwarz. Wenn es auf unserer Welt nur Liebe, das Gute, die guten Schamanen gäbe, könnte man dies nicht erkennen, die Liebe, das Gute, die guten Schamanen würden aufhören zu existieren und alles hätte keinen Sinn mehr. Gerade deshalb hat alles, die Bösen, die Scharlatane auf unserer Welt, einen tiefen höheren Sinn, nämlich das Endziel die Liebe, das Gute, die guten Schamanen zu erfahren. Wir nehmen uns selbst als Person, getrennt und unabhängig von der Außenwelt war. Möglicherweise ist diese Wahrnehmung eingeschränkt und unsere Umwelt, die anderen Personen, das Böse, die schlechten Schamanen haben gar keine unabhängige Existenz von uns und sind Teil von uns und unserem Bewusstsein, sie sind da um uns zu erkennen. Wenn man einen Traum hat und dort taucht das Böse auf und man wacht auf, wohin ist das Böse verschwunden? Vielleicht ist das Leben wie ein Traum und man weiß es erst, wenn man aufwacht, sprich stirbt.

 

Man könnte ewig so weiter philosophieren, wie es wirklich ist mit dem Bösen und den schlechten Schamanen, wird man nie wissen. Auf dieser Welt herrschen gewisse Regeln, moralische Grundsätze und Richtlinien nach denen sich alle halten, dass ist gut so. Man definiert was das Böse ist und wer böse ist und dann zieht man die Konsequenzen. Bei dem Mörder, Terrorist, Betrüger ist es einfach. Sie tun etwas Böses und das kann man nachweisen, z.B. eindeutige Opfer.

Bei den Schamanen ist es aber komplizierter. Der Schamane agiert meist auf geistiger, spiritueller Ebene. Die Wissenschaft sagt, dass es die geistige, spirituelle Ebene überhaupt nicht gibt und diese Ebene keinen Einfluss hat auf die Materie und unser Leben. Wenn ein schlechter Schamane jetzt etwas anstellt, er tut dies normalerweise mental, dann kann man das schwer mit den gesetzlichen Bestimmungen nachweisen, dass ein Unheil, Unglück wirklich vom Schamanen kommt. Wann ein Schamane gut und wann er schlecht ist, ist schwer, fast unmöglich, nachzuvollziehen. Man kann nur Tendenzen und Richtungen aufzeigen, die positive bzw. negative Resultate hervorrufen.

 

Am besten ist es, dass jeder nach seinem Gefühl gehen soll, ob einem das im Herzen anspricht, was der Schamane sagt. Wenn ja, dann sollte man dieser Richtung folgen. Oft kommt es vor, dass Hilfesuchenden bei einem berühmten, anerkannten Schamanen sich gar nicht wohl fühlen, aber dann bei einem Angeber und Scharlatan sich wohl fühlen, dann ist der Scharlatan der Richtige für einen, da er ja auch die göttliche Komponente in sich trägt. Wer ein guter und wer ein schlechter Schamane ist, ist immer subjektiv, ich versuche die Arbeitsweise der Schamanen zu beschreiben und jeder selbst soll dann für sich entscheiden, was das Richtige für ihn ist.

 

Ich möchte nur einfach aufzeigen, dass es nicht so einfach ist, wer die guten Schamanen und wer die schlechten, bösen Schamanen sind.

 

 

11. Was ist Schwarze Magie bei den Schamanen?

 

Schwarze Magie ist der Versuch mittels Magie (magische Kräfte die man Gegenständen, Ereignissen, Personen zuordnet) Schaden anzurichten. Die Übertragung der schadhaften, magischen Kräfte an Gegenständen, Ereignissen und Personen geschieht im Rahmen eines Rituals, Gebetes, mentaler Vorstellung und der Einnahme bzw. Auftragung auf der Haut von pflanzlichen Essenzen.

 

In der Glaubensstruktur und Kultur des Amazonasgebietes hat die Schwarze Magie eine übergeordnete Bedeutung, da von Kind an gelehrt wird, dass für alles Unglück, Krankheit, Elend böse Geister verantwortlich sind. Die Geistwesen sind zentraler Bestandteil der Urwälder und Flüsse vom Amazonas. Früher teilte man die Schamanen im Amazonasgebiet in Heiler und Hexer ein, wobei der Heiler sich vorwiegend mit der Heilung von Krankheiten befasste, aber auch mit der Schwarzen Magie vertraut war. Der Hexer befasste sich ausschließlich mit Verwünschungen, um Schaden anzurichten. Heutzutage nennt man alle Schamanen. Es ist nicht mehr zuzuordnen, wieviel Schwarze Magie ein Schamane anwendet und in welcher Form. Tatsache ist, dass im Amazonasgebiet fast alle Schamanen Schwarze Magie anwenden, obwohl sehr viele das verneinen.

 

Schwarze Magie ist einfach ein Wunsch einer Person, die Umwelt, unser Leben, zu seinen Gunsten zu beeinflussen und eine andere Person bewertet dann diesen Wunsch als negativ. Moralische Vorstellungen der Menschen geben vor, wann etwas Schwarze Magie ist und wann nicht. Wenn jemand etwas Böses, Unglück, Krankheit oder sogar den Tod jemanden anderen wünscht, geschieht dies niemals ohne Grund. Es steckt dahinter immer eine Geschichte und eine Beziehung. Zwischen dem der Schwarze Magie bewirkt und aussendet und denjenigen für den es gedacht ist, gab es in der Vergangenheit schon einen Konflikt, oft sind es menschliche Charaktereigenschaften wie Neid, Eifersucht, Habsucht, Rache, die die Ausgangsbasis sind für die Schwarze Magie. Was für den einen Menschen ein Schaden ist, ist für den anderen ein Nutzen. Man kann niemals allen Menschen es recht machen. Die Schamanen untereinander haben auch Angst, dass einer dem anderen ein Geschäft wegnimmt und er dann finanzielle Einbußen hat und so ist es kein Wunder, dass der Konkurrenzkampf, der Wettbewerb, über die Schwarze Magie ausgetragen wird. Weg mit dem Konkurrenten, dann geht es mir wirtschaftlich besser.

 

Wenn im Leben etwas passiert, was man nicht will, wer ist verantwortlich und wer hat Schuld? Es gibt verschiedene Weltbilder (Ansichten und Meinungen). Im Prinzip gibt es zwei: Entweder jeder selbst ist verantwortlich für alles oder man ist nicht verantwortlich, dann war es Schicksal, Vorausbestimmung, Höhere Macht, usw. In der Basis erzeugt jedes Bewusstsein seine komplette Umwelt und Schicksal selbst, da jeder den göttlichen Teil oder Gott in sich trägt, aber diesen Prozess vergisst man, es ist einen nicht bewusst. Es geht hierbei auch um das Verständnis, warum sollte man sich etwas NEGATIVES selbst schaffen. Das Negative ist nur deshalb negativ, weil man es so bewertet. Wiederum so wie bei der Liebe und dem Glück, kann man das nur erfahren, wenn es auch einen Gegenpol gibt. Negativ und positiv sind einfach Teile eines Ganzen. Krankheit, Leid, Tod, Unglück gehören zum Leben und sind fixer Bestandteil.

 

Bei der Schwarzen Magie handelt es sich immer um die fehlende Übernahme zur Verantwortung, dass man selbst für alles verantwortlich ist. Man erkennt nicht, dass der andere man selbst ist und auch ein Teil von Gott.

 

Da in der Kultur des Amazonasgebietes die Schwarze Magie sehr dominant ist, wollen die Leute dafür nicht die Verantwortung übernehmen, teilweise aufgrund der spirituellen Entwicklung. Wenn etwas passiert, ist immer der andere Schuld, der Schamane, der böses ausgesendet hat, die bösen Geister usw. Ebenso bei Verwünschungen um etwas zu bekommen, was man nicht hat, spielt die Armut, die fehlenden finanziellen Mitteln, eine entscheidende Rolle. Je reicher eine Gesellschaft und ein Land sind, desto weniger ist die Schwarze Magie ein Thema, da man mit den finanziellen Mitteln auch mehr Optionen hat, das Leben so zu steuern, wie man will. Ab einer gewissen Stufe von Bewusstsein, hört die Schwarze Magie auf zu existieren, da man nicht nur auf eine Person beschränkt ist, sondern in der Wahrnehmung immer alles ist. Die Schwarze Magie ist eine Frage von Bewusstsein.

 

Wen jemand die Zusammenhänge mit der Schwarzen Magie, wie sie entsteht und was sie ist, nicht durchschaut, ist es besser alles zu akzeptieren, wie es ist und dann einen Gegenzauber zur Schwarzen Magie zu praktizieren. So kann man sein Leben wieder in geordnete, Bahnen bringen.

 

 

12. Wie findet man einen Schamanen?

 

Bevor man einen geeigneten Schamanen für sich sucht, sollte man genau abklären warum man diesen sucht. Sehr wichtig sind die Absichten. Handelt es sich um ein gesundheitliches Problem oder will man sich spirituell weiterentwickeln oder aber ist es nur Neugierde. Ein gewisses Lebensproblem ist immer präsent, Menschen gehen zu einem Schamanen, da sie konkret etwas wollen. Dieses Konkrete sollte einem bewusst sein. Dann ist abzuklären zu welchen Kulturkreis und Land man sich hingezogen fühlt. Die Schamanen von Asien arbeiten hauptsächlich mit Meditation, den Atem- und Bewegungstechniken. Die Schamanen Amerikas arbeiten hauptsächlich mit Pflanzen, die man großenteils einnimmt. Die Schamanen des Orients arbeiten hauptsächlich mit heiligen Schriften, Gebete und Musik.

 

Heutzutage ist die Hauptinformationsquelle für die Schamanensuche das Internet. Einfach den Begriff Schamane und das Zielgebiet, z.B. Land, Kontinent eingeben und dann mal sehen was kommt. Es gibt gewisse Diskussionsforen, die sich nur mit Schamanen befassen auch dort gibt es genügend Infos.

 

Esoterische Messen, Kongresse zum Thema Schamanismus gibt es jedes Jahr, diese sind empfehlenswert.

 

Einige ausländische Schamanen kommen nach Europa und geben hier Seminare und Events.

 

Bücher über bestimmte Schamanen, Zeitschriftenberichte, Fernsehsendungen, Mundpropaganda sind sehr hilfreich.

 

Bei den Schamanen im Amazonasgebiet gibt es gewisse Regionen aufgrund klimatischer Bedingungen und auch kultureller Entwicklungen, wo sich die meisten Schamanen aufhalten. Von der Stadt Iquitos flussaufwärts dem Amazonas entlang gibt es die meisten Schamanen, Zentrum des Schamanismus im Amazonasgebiet ist die Region um die Stadt Pucallpa am Oberlauf des Amazonas.

 

Wenn man einige Namen von Schamanen gefunden hat, die einen ansprechen, sollte man diese persönlich besuchen und vorerst einmal ein Gespräche suchen (es gibt immer und überall Übersetzer, die in die jeweilige Landessprache übersetzen. Das sind meist ausländische Personen, die bei den jeweiligen Schamanen studieren bzw. gewisse Veranstaltungen organisieren). Man wählt dann denjenigen Schamanen aus, der einen symphytisch ist und anspricht. Sollte es sich herausstellen, dass dieser Schamane auf Anhieb nicht der richtige ist, soll man weitersuchen und nicht den Mut verlieren. Ein gewisses Lehrgeld sprich Ausgaben, die nicht zweckmäßig sind, sollte man einkalkulieren.

 

Nach jahrelanger Forschungstätigkeit bei der Schamanensuche speziell im Amazonasgebiet haben sich einige Richtlinien herausgebildet, die zu positiven oder negativen Ergebnissen geführt haben.

Vorsicht bei folgenden Faktoren bzw. Tendenzen, die zu negativen Ergebnissen geführt haben:

 

-Ein Schamanen der sehr viel spricht, angibt und alles Mögliche erzählt was oder wen er schon geheilt hat ist mit Vorsicht zu genießen.

-Dokumentierte Heilerfolge und auch Personen die Heilung erhalten haben sind mit kritischem Verstand zu betrachten, denn es könnte sich alles um eine bewusste Täuschung handeln.

-Schamanen die für ihre schamanische Tätigkeit nichts verlangen oder unklare Äußerung diesbezüglich unterbreiten, sind mit Vorsicht zu genießen, da von irgendwo her ja Einkünfte stammen müssen, oft sind versteckte überhöhte Kosten für Aufenthalt (Essen und Unterkunft) da. Besser ist es, wenn klare Fronten herrschen und direkt kommuniziert wird, was zu bezahlen ist.

-Schamanen die in einem schmutzigen, verwahrlosten Ambiente hausen oder selbst einen verwahrlosten Zustand haben, sind ebenfalls suspekt.

-Schamanen, die viel Alkohol trinken oder harte Drogen zu sich nehmen weisen negative Tendenzen auf.

-Schamanen die viele Frauengeschichten aufweisen und speziell immer wieder Beziehungen zu den Klientinnen eingehen sind mit Vorsicht zu genießen.

-Braungebrannte, gut aussehende, jugendliche Schamanen, die auch schöne Kleidung tragen haben oft andere Interessen als den Schamanismus. Es ist hier nur eine äußere Fassade und dahinter steckt nichts.

-Bei Internetauftritt eines Schamanen, wenn vorhanden, sollte man große Sorgfalt walten lassen, da oft die Präsentationen mit Fotos und Text wenig mit der Realität übereinstimmen. Eine tolle Homepage sagt wenig aus über die Größe eines Schamanen. Im Amazonasgebiet sind Schamanen meist einfache Leute, die mit Internetpräsentationen nichts zu tun haben, wer hat aber und auch warum dann die tolle Homepage erstellt?

-An einem Gerücht ist immer etwas Wahres dran. Wenn es ein negatives Gerücht über einen Schamanen gibt, dann sollte man gut abwägen, ob die Zusammenarbeit es wert ist. Wir sind alle Menschen, haben gute und schlechte Seiten, ebenso auch die Schamanen. Die Schwächen eines Schamanen müssen im Rahmen der vorgegeben selbstgewählten Toleranz liegen.

-Die wichste Grundregel lautet einfach nach dem Gefühl gehen, stimmt irgendetwas nicht, sozusagen man hat ein ungutes Gefühl bei einem Kontakt mit einem Schamanen, dann sollte man sich distanzieren, denn dann ist dieser Schamane nicht das Richtige für einen.

 

Worum es geht beim Schamanismus ein kurzes Video

   Amazonasurwald