Liane
Liane

AYAHUASCA

 

 

Ayahuasca ist die wichtigste und meist verwendetste Pflanze der Schamanen im Amazonasgebiet.

Ayahuasca ist ein Gemisch aus einer Liane (lateinische Bezeichnung Banisteriopsis Caapi) und Blätter, Wurzeln, Rinden verschiedener Urwaldpflanzen. Jeder Schamane hat so sein eigenes Rezept, aber meistens werden Blätter des Strauches mit dem Namen Chacruna (lateinische Bezeichnung Psychotria viridis) hinzu gegeben. Das ganze Gemisch wird bis zu 3 Tage lang gekocht und flüssig in kleinen Mengen (ca. 50ml) zu sich genommen. Übersetzt aus der Quechuasprache (alte Indianersprache) bedeutet Aya = Tod und Huasca = Wein. Somit heißt Ayahuasca übersetzt „Wein des Todes“.

 

Ayahuasca wird schon seit mehr als hunderten Jahren von den Indianern im Urwald eingenommen, um mit ihren Vorfahren, Verstorbenen und Geistwesen in Kontakt zu treten. Bei richtiger, starker Dosierung tritt nämlich der Zustand ein, wie wenn man stirbt und man kommt mit einer anderen Dimension in Kontakt. In diesem Trancezustand hat man Zugriff auf alles.

 

Wir benutzen nur 2-3% unseres Gehirns und durch das Ayahuasca ist es möglich einen größeren Prozentanteil unseres Gehirns zu benutzen. Die Wahrnehmungsfunktionen (speziell unsere Sinne) eines Menschen werden erweitert. Ayahuasca kann viele Krankheiten heilen, weil wir mit unserer Seele (höheren Selbst) in Kontakt kommen und da liegen all unsere Antworten und unser Wissen. In Wahrheit ist es unser Geist, der die Visionen und Heilungen vollbringt. Das Ayahuasca ist lediglich der Türöffner – das Medium, das mehr göttliche Energien, die ja immer schon in uns sind, zu aktivieren. Wenn etwas Sensationelles erlebt wird in den Astralreisen, Trancezuständen oder durch Heilung mittels psychoaktiver Pflanzen dann ist es unser SELBST und unser POTENTIAL, die das schlussendlich zustande bringen. Das Ayahuasca und alle anderen psychoaktiven Pflanzen können selbst nichts hervorbringen, was nicht schon in einem ist.

 

Die Visionen (gedankliche Bilder), die in Ayahuascatrance auftauchen, sind immer individuell und stehen im direkten Bezug zu der Person, der das Ayahuasca nimmt. Jeder Mensch hat sozusagen seine eigene Welt, eigene Vorstellungen, Pläne, Ideen und deshalb hat auch jeder seine eigenen, persönlichen Visionen. Die Visionen (Bilder) beginnen immer bei der momentanen Ausgangssituation, wo man gerade steht. Da man sich ständig weiterentwickelt und dazulernt sind auch die Visionen immer anders, denn Leben verändert und wandelt sich ständig. Der Erfolg der Trancereisen beim Ayahuasca hängt ab von der Tiefe der gemachten Erfahrung, konkret wie weit es möglich sein wird mit dem inneren Aspekt unseres Selbst zu kommunizieren. Die Tiefe der gemachten Erfahrung hängt ab von der Qualität der Pflanzen, aber auch mit wem man es zusammen nimmt. Der Schamane, der eine Zeremonie leitet, ist zum großen Teil verantwortlich für sein Umfeld. Wir sind alle miteinander verbunden, Energien fließen ständig hin und her. Bei einem dementsprechenden hohen Entwicklungsstand des Schamanen übertragen sich automatisch diese Energien auf alle.

 

Bei der Einnahme von Ayahuasca entsteht ein geistiger Prozess, unser Bewusstsein verändert sich, die Wahrnehmung wird erweitert und dann kommt man mit der Psyche, Seele, Unterbewusstsein in uns mehr in Kontakt. Die Veränderung der Wahrnehmung und des Bewusstseins erfolgt in einem gewissen knappen Zeitfenster 4-8 Stunden. Nach diesem Zeitfenster verändern sich die Wahrnehmung und das Bewusstsein wieder zu dem früheren Zustand vor der Einnahme. Was bleibt ist nur die Erinnerung der gemachten Erfahrung. Wenn diese Erfahrung stark genug ist, kann sie unser Bewusstsein und unser Leben in weiterer Folge beeinflussen sowie jede starke Erfahrung in unserem Leben. Die Entscheidung, ob die gemachte Erfahrung unser Bewusstsein und unser Leben beeinflusst, liegt in einem Selbst. Es besteht kein Zwang dazu, sondern ist Sache des freien Willens. Eine positive, starke, liebevolle Erfahrung in Ayahuasca bewirkt immer auch ein positives Resultat in unserem Leben. Ein negatives Resultat bei einer positiv gemachten Ayahuascaerfahrung ist in diesem Fall nicht möglich.

 

Bei einer negativen, gemachten Erfahrung (die fast immer auf die Nichteinhaltung gewisser Spielregeln zurückzuführen sind), wenn man Pflanzen nimmt, die unser Bewusstsein und die Wahrnehmung verändern, hat dies folgende Konsequenzen:

Man hat dann eine Abneigung gegen solche Pflanzen und auch Schamanen, die für solche Rituale verantwortlich sind. Nun entscheidet jeder selbst, wie weiter vorgegangen wird. Sehr wahrscheinlich ist, dass der Weg des Schamanismus im Amazonasgebiet und die damit verbundene Selbstfindung für einen dann nicht in Frage kommen. Man sollte dann andere Wege der Selbstfindung und Heilung suchen in anderen Ländern und mit anderen Kulturen mit anderen Vermittlungsmedien. Es ist unmöglich, dass bei einer einmaligen Einnahme von Ayahuasca ein seelischer oder körperlicher dauernder, bleibender Schaden entsteht, da Ayahuasca keine Giftpflanze ist und keine Giftstoffe enthält. Die psychoaktive Wirkung der Pflanze lässt nach einer Zeit immer nach, psychoaktive Substanzen werden vom Körper abgebaut, das ist Naturgesetz. Dasselbe ist, wenn man einmal ein verdorbenes Essen zu sich nimmt, dann hat das auch keine dauernden Folgeschäden. Vielleicht fühlt man sich 1-2 Tage schlecht, aber dann erholt man sich wieder. Ein Essen, Substanz, wo aber Gift drinnen ist, hat Folgeschäden. Deshalb sind die Qualität des Ayahuascas und die Seriosität des Schamanen sehr wichtig. Das Ayahuasca ist ein Pflanzengemisch, kommen neben den Basispfanzen (Liane, Blätter des Chacrunastrauches) noch andere giftige Pflanzen in das Ayahuasca hinzu, dann kann natürlich ein bleibender Schaden entstehen.

 

Pflanzen, die unser Bewusstsein verändern, nennt man psychoaktive Pflanze, also Pflanzen die auf unsere Psyche (Psyche ist griechisch und heißt Seele) aktiv Einwirken.

 

 

   Amazonasurwald