Mythen und Legenden

 

 

Mythen und Legenden begleiten den Schamanismus überall im Amazonasgebiet wie Helfer.

Mythen und Legenden sind Geschichten, die etwas Unerklärliches, schwer bzw. nicht Greifbares veranschaulichen (darstellen) sollen.  Es gibt Geschichten, die sind real, welche die sind Phantasie und dann Geschichten, die sind zum Teil wahr und zum Teil erfunden. Bei Mythen und Legenden ist es schwer zu entscheiden, was jetzt wahr ist und was erfunden ist.

Mythen beziehen sich meist auf Handlungen, die die göttliche Komponente ausdrücken sollen, der Wahrheitsgehalt spielt eine untergeordnete Rolle, die Botschaft ist wichtig. Legenden beziehen sich meist auf Personen, die Unnatürliches, Sensationelles vollbracht haben.

 

Ein wesentlicher Bestandteil der Mythen und Legenden im Schamanismus des Amazonasgebietes sind Geistwesen bzw. Geister. Geister sind Wesen mit einer nicht materiellen Beschaffenheit, dem übermenschliche Fähigkeiten zugeschrieben werden. Einige Bewohner im Amazonasgebiet glauben aber aufgrund der Erziehung, Schulbildung, Traditionen, dass Geistwesen sehr wohl eine materielle Beschaffenheit annehmen können. Für diese Bewohner im Amazonasgebiet haben Geistwesen, denselben Stellenwert wie wirkliche Personen mit besonderen positiven, helfenden,  göttlichen oder negativen, zerstörenden, teuflischen Eigenschaften.

 

Weltweit fallen unter die Geistwesen folgende Gruppen: Engeln, Feen, Elfen, Zwerge, Kobolde, Trolle, Kraftiere, Außerirdische, UFOs, Poltergeister, Totengeister, Naturgeister, Gespenster, Avatare, heilige Figuren div. Religionen, Teufeln, Dämonen, etc.

 

Für mich sind heute nach den jahrelangen Studien des Schamanismus alle Geistwesen - Energieformen, die abhängig sind vom Subjekt der Wahrnehmung und keine unabhängige, eigenständige materielle Existenzform haben. Die Energieformen der Geistwesen hängen immer ab von der Energie, Beschaffenheit – Art und Weise des Denkens und des Fühlens – des Wahrnehmenden. Früher aber glaubte ich, dass Geistwesen unabhängig sein können vom Wahrnehmenden und auch eine eigene materielle Existenz annehmen können. Man sieht hier wie schwierig es ist, zu erklären was Geistwesen überhaupt sind. Jeder hat irgendwie eine andere Vorstellung davon. Zusammengefasst könnte man einfach sagen, Geistwesen sind ein Ideenkonstrukt (eine konstruierte Geschichte) der Menschen, die so sind, wie man denkt. Viele Menschen denken ähnlich über gewisse Geistwesen, daher könnte man auch meinen, sie gibt es wirklich. Man ist jetzt wieder bei der Frage angekommen, was ist wirklich real und was nicht? Vielleicht ist sogar die ganze Welt eine unbewusste, konstruierte Geschichte wie ein Traum.

 

Klar ist für mich heute, dass wenn es etwas gibt, sei es jetzt Legenden, Mythen, Geistwesen, dann hat das einen bestimmten Sinn. Jeder interpretiert seinen Sinn hinein nach seinen Glaubensvorstellungen und mit diesem Sinn, Vorstellung kann, soll, muss weitergearbeitet werden.

Meine Empfehlung ist, dass jene Wesen – Geistwesen, Legenden Mythen an die man glaubt, man in sein Leben integrieren soll, so eine Art wie selbstgemachte Bühnenkonstruktion von unserer Welt.

 

Es geht hier nicht darum was ist wahr, real und Phantasie oder Hirngespenst, sondern es geht immer nur um die guten Gefühle, wie Liebe, Glück, Freude, die man im Leben erfahren will und Angst, Unglück, Leid, die man verhindern will .

Wenn gewisse Geistwesen, Mythen, Legenden Liebe, Glück, Freude hervorbringen oder Angst, Unglück, Leid verhindern, dann hat das seine Daseinsberechtigung und mit denen soll man arbeiten und an das soll man glauben.

Im Zeitalter des Internets, Smartphones, Globalisierung, Ayahuascatourismus haben sich die Geistwesen mit ihren Mythen und Legenden im Amazonasgebiet verändert. Die ursprüngliche Romantik gibt es nicht mehr, man kann den Leuten heute nicht mehr so einfach irgendwelche Phantasiegeschichten einreden. Wenn Touristen ins Amazonasgebiet kommen, tun sie sich schwer die alten Geschichten der Mythen und Legenden von den Geistwesen zu verstehen. Die Schamanen sind jetzt hergegangen und haben Mythen, Legenden und Geistwesen verändert und in eine Form gebracht, damit Touristen sie auch verstehen. Man spricht heute eher von Energien statt von Geistern.

 

Man kann die Geistwesen im Schamanismus des Amazonasgebietes folgendermaßen einteilen:

 

1. Waldgeister

2. Flussgeister

3. Totengeister

4. Sonderformen – personifizierte Gestalten mit Gotteseigenschaften

 

 

1.Waldgeister

 

Waldgeister sind Naturgeister, die im Amazonasurwald beheimatet sind. Der Urwald – Bäume sind die zentralen Elemente, der Lebensraum der Einheimischen.

 

A, Chullachaqui oder Saci

 

Das berühmteste und bekannteste Geistwesen Amazoniens ist der Chullachaqui (in Spanisch sprechenden Ländern) oder auch genannt Saci (in Portugiesisch sprechenden Ländern – Brasilien). Chullachaqui ist ein Begriff aus dem Ketschua, einer alten indianischen Sprache, die die Inka sprachen und auch heute noch in gewissen Regionen gesprochen wird. Culla bedeutet Fuß und Chaqui bedeutet ungleich, man könnte übersetzen Mann mit ungleichen Füßen. Der Begriff Saci kommt von den Tupi Amazonasindianern und heißt Mann mit einem Bein. Nach den Mythen, Legenden und Erzählungen handelt es sich um eine Person, die sich aus dem nichts materialisieren und dematerialisieren kann und den Urwald Amazonas schützt vor negativen Einflüssen. Der Chullachaqui kann jede beliebige Gestalt, Aussehen eines Menschen annehmen. Ein besonderes Kennzeichen wie er sich sehr oft präsentiert, ist eine Behinderung am Fuß (Fuß verdreht, verkürzt oder fehlt komplett), weiter eine rote Kappe und eine rauchende Pfeife. Das Bild des Chullachaqui oder Saci wird oft mit roter Kappe und rauchende Pfeife verknüpft, da ein berühmter brasilianischer Kinderbuchautor, Monteiro Lobato, Anfang der fünfziger Jahre, die Geschichte dieses Geistwesen so darstellte. Das Geistwesen schützt besonders die Tiere, ist für seine Scherze und Streiche (lässt Sachen verschwinden führt Personen im Urwald in die Irre oder entführt sie, usw.) berühmt und hat einen Nahebezug speziell zu Kindern. Wenn es Ungerechtheiten, Benachteiligungen oder andere ihm ans Herz gewachsene Probleme gibt, dann hilft er, wo er kann diese zu lösen. Manchmal wird erzählt, er sei bösartig, hinterlistig oder gemein, das aber nur dann wenn man ihm reizt oder schlechte Absichten (z.B. ein Urwaldtier grundlos tötet) hegt. Einige meinen aber das Geistwesen sei der Teufel in Person vom Urwald. Interessant ist, dass die Figur des Chullachaqui oder Saci erst mit der Besiedelung der Europäer in der Kolonialzeit in Erscheinung trat.

 

Eine Theorie besagt, dass es ein behindertes Kind gegeben hat mit zwei ungleichen Füssen, dass niemand wollte und es wurde im Urwald ausgesetzt. Unter dieser dramatischen Bedingung im Urwald wuchs es auf wie Tarzan mit den Tieren. Eines Tages fand es eine „totale Erleuchtung“ (wie z.B. Buddha und Jesus) und konnte seinen Körper auflösen – dematerialisieren -  mitnehmen in den Himmel, dadurch wurde das behinderte Kind unsterblich und kann jederzeit sich nach Belieben wie es möchte auf die Erde zurückkommen und materialisieren in jede beliebige Gestalt. Viele Bewohner Amazoniens haben vor Challachaqui oder Saci große Angst, wenn sie in den Wäldern unterwegs sind. Wenn ein Unglück passiert, z.B. man verirrt sich, es kommt ein Wetterumschwung, man verletzt sich, macht man dieses Geistwesen dafür verantwortlich. Oft gibt es gewisse Pflanzen oder Grundstücke, die diesem Geistwesen zugeordnet werden. Manchmal weigern sich die Leute, diese Fläche zu betreten. Unbekannte Gestalten in der Ferne oder unbekannte Geräusche werden ebenfalls diesem Geistwesen zugeschrieben. In denke für alles, was man nicht wirklich rationell erklären kann, was in den Wäldern Amazoniens geschieht, wird ein Begriff verwendet , eben der Name dieses Geistwesens, Chullachaqui oder Saci.

 

In Pucallpa und Umgebung, wo es die meisten Schamanen im Amazonasgebiet gibt, hat man einen Wettbewerb veranstaltet unter Künstlern, Kindern, Bevölkerung, wie dieser Chullachaqui aussehen könnte. Danach wurden Zeichnungen und Skulpturen hergestellt. Eine dieser Skulpturen steht beim Eingang des zoologischen Tierparks von Pucallpa und sieht so aus:

Man sieht hier die zwei ungleichen Füße. Der Kopf und die Ohren erinnern an teuflische Gestalten gewisser Religionen. Der Körper sieht furchterregend wie ein Monster aus. Im Gegenteil hierzu sieht der Cullachaqui in anderen Regionen, z.B. in Brasilien, wo er Saci genannt wird ganz anders aus, klein niedlich, kaffeebraun mit einem Fuß, roter Kappe und Pfeife. Der Schamane Don Agustin in Peru beschreibt auch den Cullachaqui, den er angeblich einmal persönlich begegnete, wie den Saci in Brasilien. Viele Touristen, die Don Agustin in Peru besuchten, haben dann diese Vorstellung übernommen. Genau das ist das Problem bei den Geistwesen, jeder beschreibt es anders und hat eine andere Meinung, wie er aussehen soll. Ich habe in Peru und Brasilien viele unzählige Stunden mit Erzählungen über Chullachqui oder Saci verloren, heute denke ich, schade um die Zeit – es hat mich spirituell nicht weitergebracht. Man sollte aber der Kultur eines Landes Respekt und Achtung entgegenbringen. Wenn man durch den Urwald mit Führern oder Gepäckträger geht, die ein Gebet, Absegnung oder Opfer z.B. Apfel, Tabak, Geld für den Chullachaqui oder Saci fordern, dann ist es ratsam solche Gesten als Ausländer zu respektieren. Gewisse Urwaldgebiete, die den Einheimischen heilig sind, da sie meinen es sei das zu Hause von diesen Geistwesen, sollte gemieden werden oder nur alleine von Touristen besucht werden. 

 

B, Sachamama

 

Ist ein Geistwesen in Form von einer Riesenanakonda. Abgeleitet von der Ketschua Indianersprache hat  Sacha die Bedeutung von Wald und Mama bedeutet Mutter. Es handelt sich hier um die spirituelle Mutter (der weibliche Geist) des Amazonasurwaldes. Große umgestürzte Bäume oder plötzlich auftretende Erdhügel im Urwald werden oft als die Behausung der Sachamama bezeichnet. Man sagt die Sachamama hat den Urwald erschaffen und schützt ihn auch. Bei schamanischen Ritualen wird manchmal die Sachamama (in Form von Liedern) als Heilerin zur Unterstützung aufgerufen. Viele schamanische Zentren, botanische Gärten, umweltfreundliche Unterkünfte, ökologische Institutionen tragen den Namen Sachamama. Die Sachamama wird mit Charaktereigenschaften von edel, rein, weise verbunden. Die wirkliche Anakonda, das Tier, kann eine maximale Länge von bis zu 10 Meter haben. Bis dato fand man noch keine lebende oder tote (Skelett) Anakonda, die länger war. Viele Einheimische behaupten aber, dass sie wem kennen, der eine Superanakonda von bis zu 50 Meter und 3 Meter im Durchmesser gesehen haben. Sie meinen dann, dies sei die Sachamama, Hüterin des Amazonasurwaldes. Der Lebensraum der echten Anakonda ist das Flussufer oder der Sumpf, die Bedrohung für den Mensch ist sehr gering. Die Einheimisch, die den tiefen Urwald betreten, nehmen immer auch ein Waffe mit, entweder Gewehr oder Buschmesser. Im Falle eines Angriffs von einer echten Anakonda kann man sich hier sehr effizient verteidigen, ein Schuss oder Schlag mit der Machete genügt. Ihr Biss ist nicht giftig, sollte aber ärztlich behandelt werden aufgrund der verunreinigten Bakterien im Mund der Anakonda. Gefährlich ist eine Anakonda nur dann, wenn sie einen Menschen bereits umschlungen hat und man alleine ist und keine Waffe besitzt. Wenn ein Zweiter anwesend ist, kann dieser relativ leicht den Kopf oder Schwanz mit den Händen ergreifen und das Opfer auswickeln. Sowohl von der wirklichen Anakonda als auch von dem Geistwesen Sachamama hat niemand wirklich Angst.

 

 

2.Flussgeister

 

Die Flüsse in Amazonien spielen für die Infrastruktur eine übergeordnete Rolle, das Boot ist das wichtigste Verkehrsmittel. Dadurch nehmen hier die Flussgeister einen überdimensionalen Stellenwert ein.

 

A, Yacuruna

 

Die Yacurunas (in der Ketschuaindianersprache heißt Yacu = Fluß und Runa = Mann, Leute) sind die bekanntesten Flussgeister vom Amazonas bzw. dessen Nebenflüssen. Sie leben hauptsächlich im Wasser in einem anderen Raum-Zeit-Energiefeld, das mit dem der Erde verknüpft ist. Dort befinden sich auch große Städte, mystische Wasserwelten. Man muss sich das so vorstellen, dass sie nicht wirklich physisch im Wasser leben sondern das Wasser als Transportkanal zu anderen Welten(Dimensionen) verwenden. Diese Geistwesen kommen von Zeit zu Zeit an die Oberfläche, speziell aber wenn man sie ruft und sind Meister in der Heilung von Krankheiten. Sie sind Ärzte des Wassers haben geniale und hohe Fähigkeiten, insbesondere bei schweren und ernsthaften Erkrankungen. Die Schamanen rufen ihren Geist bei Ayahuascaheilzeremonien. Wenn Leute in Flussnähe spurlos verschwinden oder ertrinken, wird das oft mit den Yacurunas in Zusammenhang gebracht. Man sagt dann, die Yacurunas haben diese Leute geraubt, um sie in ein Geistwesen zu verwandeln und aus ihnen Heiler zu machen. Die Yacurunas sind dunkel blaugrün haben eine pelzig Haut wie ein Fell und können ihren Kopf um 360 Grad verdrehen. Ihr Gesicht ist ungepflegt und die Haare sind sehr lang. Einige Wasserpflanzen bedecken ihre Haut, Haare. Oft wird ihr Aussehen in Verbindung  gebracht wie ein Wassermann, überhaupt könnte man sagen, die Yacurunas sind die Wassermänner Amazoniens. Meerjungfrauen, sie werden Sirenas genannt, gibt es als Geistwesen auch in den Flüssen Amazoniens, haben aber ein untergeordnete Bedeutung. Man fand einmal in Peru ein kleines sehr altes Skelett von einem Mädchen in den Anden (früher war dort ein Meer). Das Skelett hatte keine Füße, sondern einen Schwanz wie ein Fisch. Viele Menschen glaubten, dass dies der Nachweis sei, dass es Meerjungfrauen wirklich gibt. Wissenschaftler haben dann herausgefunden, dass dieses Mädchen eine Behinderung hatte an den Beinen seit der Geburt, sie hatte zusammengewachsene Füße und diese sahen aus wie ein Fischschwanz, deshalb war das Skelett wie eine Meerjungfrau.

 

B, Bufeo colorado – rosarote Flussdelfin

 

Im Amazonas gibt es Flussdelfine, die bis 3 Meter lang werden können, sie sind normalerweise grau. Eine besondere Sonderstellung im Amazonas hat der rosarote Flussdelfn (bufeo colorado), den es wirklich gibt. Es ist eine Delfinart, der einen eigenartigen Schädel besitzt und seine Schnauze entspricht eher einem Schwertfisch. Es wird erzählt, dass sich dieser Delphin in einen Mann verwandeln kann, der dann ans Ufer kommt und junge Mädchen überredet mit ihm eine Beziehung einzugehen. Wenn ein gewisses Vertrauen hergestellt ist, dann ist der junge Mann bestrebt das Mädchen mit ins Wasser zunehmen, um dort zusammen mit ihr zu leben. Der junge Mann, der sich vom Delfin in einen Menschen verwandelt ist ein Geistwesen, oft wird sein Aussehen beschrieben als ein gut gekleideter Mann mit weißem Anzug. Kommt ein Tourist zufällig zu einem einheimischen Fest in entlegene Gebiete des Amazonas, haben die Menschen manchmal Angst, diese Person könnte das Geistwesen sein. Trifft man im Wasser auf den rosaroten Flussdelphin hat die Bevölkerung gemischte Gefühle. Wenn irgendwo ein Mädchen oder Frau spurlos verschwindet, sagen die Einheimischen, der Delfin hat das Mädchen geraubt.

 

Sowohl der normale graue als auch der rosarote Flussdelfin ist mit einem negativen Klischee behaftet, man meint er bringt Unglück. Schwangere haben Angst, wenn sie mit dem Boot fahren und einen Delfin sehen. Sie glauben, der Delfin raubt ihr Baby. Wenn eine Frau ihr ungeborenes Kind verliert, ist meist der Delfin mitverantwortlich. Delfine werden eher gejagt und ausgerottet als geschätzt bzw. geschützt. Trägt ein Mann ein Stück Haut von einem Delfin, das von einem Schamanen gesegnet wurde, dann geht nach alten Überlieferungen von diesem Mann eine besondere erotische Kraft aus, der sich kaum eine Frau entziehen kann. Hier wird versucht wie bei jedem Liebesritual, die Liebe durch schamanische Rituale zu erzwingen. Der graue Flussdelfin:

 

 

C, Barco fantasma – Phantomgeisterschiff

 

Viele Fischer und Bootsfahrer hatte Kontakt mit diesem Phantomgeisterschiff. Sie kommen fast nur nachts vor. Es handelt sich hierbei um eine Fata Morgana wie in der Wüste. Die Fata Morgana ist eine Luftspiegelung durch Ablenkung des Lichtes und kann in Wüsten, auf Straßen oder am Wasser vorkommen. Oft ist es aber auch ein unbekanntes Objekt am Wasser, so ähnlich wie es unbekannte Objekte in der Luft gibt, die man UFOs nennt. Im Meer werden Geisterschiffe genannt, die verlassen von der Besatzung irgendwo auftauchen. Manchmal sind es verloren gegangene oder schon gesunken geglaubte Schiffe, die aber alle in der Realität existieren. Im Amazonasgebiet werden Geisterschiffe genannt, die in der Realität nicht existieren bzw. nie existierten. Verlassene Boote von der Besatzung auf dem Fluss, werden nicht Geisterschiffe genannt. Das Aussehen der gesichteten Phantomgeisterschiffe wird mit groß, schwarz, viel beleuchtet, lautes dumpfes Geräusch beschrieben. Die Phantomgeisterschiffe können plötzlich abtauchen wie ein U-Boot und unter einem Schiff durchfahren und auf der anderen Seite wieder auftauchen. Unerklärliche heftige Wellen, Sog und Strudel im Wasser werden manchmal mit Geisterschiffen in Verbindung gebracht. Im Zeitalter der Technik, des Internets, Radars und GPS sind die Phantomgeisterschiffe heute praktisch verschwunden, niemand sieht sie mehr.

 

 

3.Totengeister

 

Es handelt sich hierbei um Geister (Energien), die mit Verstorbenen in Zusammenhang gebracht werden. Es sind unerklärliche Phänomene, die vor einem Tod, nach einem Tod oder während des Sterbens auftreten. Manchmal sagt man die Seelen der Verstorbenen oder derjenige der stirbt kehren nicht ins Totenreich zurück. In Südamerika werden die Verstorbenen eine gewisse Zeit zu Hause aufgebahrt, damit die Angehörigen Abschied nehmen können. Das ist Teil der Trauerarbeit. Dadurch entsteht ein anderes Verhältnis zum Kadaver. All das begünstigt den Glauben an Totengeister.

Auf Spanisch heißt verstorben difunto. Man nennt die Totengeister im Amazonas Difuntos.

 

A, Tunchi

 

Der berühmteste und bekannteste Totengeist heißt Tunchi oder auch Tunche. Der Tunchi ist ein Geist, der vor allem nachts pfeift und schreiende Geräusche von sich gibt. Das Pfeifen hört sich an wie das Gezwitscher eines Vogels, den es wirklich gibt, mit den Lauten fin, fin, fin. Man unterscheidet aber anhand der Tonhöhe und Art der Laute, ob es ein Vogel ist oder der Geist Tunchi. Weiter kann man ableiten, ob das Gezwitscher gut gesinnt, ungefährlich oder böse, gefährlich ist. Er tritt meistens dann auf, wenn wer stirbt oder verstorben ist. Er gilt als Vorbote des Todes und Unglück. Wenn man ihn begegnet, sagen die Einheimischen, sollte man seinen Atem nicht einatmen, denn dann muss man Schaum erbrechen und das kann zum Tod führen. Durch einen Schamanen, wenn dieser schnell genug zur Hand ist, kann eine effiziente Behandlung (z.B. Tabak in die Lunge blasen) erfolgen und dann erfolgt Heilung. Selbst wenn sie ihn nur pfeifen hören haben die Leute im Amazonasgebiet panische Angst und keiner geht auf die Straße, um ihn ja nicht zu begegnen. Man sollte aus Tourist nicht auf die Idee kommen, das Geräusch des Tunchi nachzumachen. Die Bevölkerung wertet dies als schlechtes Omen und ist dann beleidigt oder böse. Leute die den Tunchi als Geistwesen gesehen haben, beschreiben ihn als weiß, weißen Umhang ohne Beine, Gesicht und Haare. Gewisse Vogelarten wie der Steinkauz galten und gelten auch hierzulande als Vorbote des Todes. Dass mag mit den Umständen zusammenhängen, unter denen sein Ruf wahrgenommen wurde. Früher vor Hunderten von Jahren waren nachts nur die Zimmer kranker oder sterbender Menschen beleuchtet. Ihr Licht lockte Insekten an die Fenster der Krankenzimmer und diese wiederum zogen jagende Steinkäuze an. Für die am Krankenbett wachenden Angehörigen musste der Ruf guuig des Kauzes als unheilverkündendes „Komm mit!“ klingen und wurde wie eine Aufforderung empfunden, dem Steinkauz ins Jenseits zu folgen. Alles hat irgendwie seinen Hintergrund.

 

 

4.Sonderformen – personifizierte Gestalten mit Gotteseigenschaften

 

Manche Schamanen tragen einen gewissen Titel, der einen gewissen Rang darstellen soll. Einige Male hört man dieser oder jener Schamane sei der Ranghöchste oder hat den Rang mit einem bestimmten Namen. Manchmal verleihen Schamanen gewisse Titel an ihre Schüler sowie Filmoscars. Solche Ränge gibt es nicht wirklich und entspringt, der Erfindungsgabe des Menschen. Es gibt keine Kommission oder anerkannte Stelle, die gewisse Schamanentiteln verleihen, auch gibt es keine Kriterien, die angeben, wann wer was ist. Im Wesen sind in der spirituellen Welt alle Menschen gleich und haben das gleiche geistige Grundpotential. Jetzt wird natürlich jeder fragen, aber es muss doch bessere, weiter fortgeschrittene, mächtigere Schamanen geben als andere. Welche Kriterien nimmt man jetzt her zur Unterscheidung. Ist es das Geld, Reichtum den ein Schamane hat, ist die Größe seines Camps, ist es der Bekanntheitsgrad, sind es die Heilerfolge, die Anzahl des genommenen Ayahuascas oder die Anzahl der gemachten spirituellen Diäten, usw. Jeder Schamane sagt von sich, er sei der beste oder besser als die anderen und man weiß mehr als andere. Man erzählt gerne von diesen und jenen sensationellen Heilungen, erzählen kann man alles, aber kann man es auch nachweisen. Sollte wer meinen, er habe diesen oder jenen Rang, dann soll er es beweisen, am besten mit Heilungen. In den Legenden und Mythen gibt es einige immer wiederkehrende Figuren.

 

A, Muraya oder Sumimuraya

 

Muraya ist ein Schamane mit besonderen göttlichen Fähigkeiten ohne aber genau zu definieren, was diese sind. Der Sumimuraya ist ein Schamane mit den Eigenschaften des Murayas, er kann zusätzlich im Wasser, unter Wasser leben.

 

B, Banco

 

Der Banco ist eine Person, Schamane, der noch mehr kann als der Muraya. Man sagt der Banco ist das höchstentwickelte Wesen, das es gibt. Der Banco kann sich verwandeln in was er will, er kann alles materialisieren und dematerialisieren, er kann alle Krankheiten heilen, er ist unbesiegbar, er ist unsterblich, er weiß auf alle Fragen eine Antwort, sozusagen die personifizierte Gottheit. Auch in anderen Religionen gibt es gewisse Figuren, die mit dem Banco gleichzusetzen sind. Alle reden, dass es den Banco wirklich irgendwo im Urwald gibt oder gegeben hat. Sehr viel Zeit in meinen Leben habe ich der Erforschung des Bancos gewidmet.

 

Ich bin als Mensch mit Behinderung geboren, mir fehlt der Ellbogen und Unterarm (siehe Biographie). Als ich auf den Schamanismus des Amazonasgebietes stieß, kam ich auch mit der Legende des Bancos in Kontakt. Mich entzückte, berührte sehr tief diese Geschichte, denn ich wusste, dass wenn ich den Banco finde, könne er meine Behinderung auflösen und mein Leid heilen. Jahrzehntelang habe ich das ganze Amazonasgebiet nach dem Banco abgesucht, ich habe ihn nicht gefunden. Später dann kam mir die Idee, selbst Banco zu werden. Im Amazonasgebiet gibt es die eindeutige Regel (fast alle Schamanen stimmen dem zu) der schamanischen, spirituellen Diät, mit der man sich zum Alleskönner verwandeln kann, wen man sich nur lange genug mit dem beschäftigt. Eine Regel besagt, macht man lange genug Diäten, dann verwandelt man sich automatisch irgendwann in den Banco. Ich bin dieser Idee gefolgt und habe die letzten 15 Jahre mich mit nichts anders im Leben beschäftigt als mit spirituellen, schamanischen Diäten. Überall erzähle ich wie viele Diäten ich gemacht habe (siehe Biographie), niemand nimmt mich ernst und niemand wird mir das glauben. Ich habe all das für mich selbst gemacht, um einmal meine rechte Hand zu verwandeln, meine Behinderung zu transformieren und nicht anzugeben oder als Selbstdarstellung. Über den Diätprozess und der spirituellen Entwicklung könnte ich 10 Bücher schreiben, ich möchte hier nur hinweisen, beweisen, warum es den Banco und Superschamanen, der alles kann, nicht geben kann.

 

Mit meinen Studien und zunehmenden Diätmonaten nahmen gewisse Fähigkeiten und spirituelle Erkenntnisse immer mehr zu. Ziel war es, meinen Körper in eine andere Dimension zu transformieren – verwandeln. Irgendwann kam ich zu einer Grenze, nennen wir es unüberbrückbares Energiefeld. Es war ähnlich einer Nahetoderfahrung bzw. meine Erlebnisse decken sich mit den Personen, die eine Nahetoderfahrung hatten. Statt ein Nichts bei der Grenze zum Tod trat das Gegenteil auf. Auf der Grenze zum Tod hat man plötzlich Zugriff auf alles und ist fast total im kompletten Gottesbewusstsein, wo alles möglich ist. Klar war für mich, dass man nur mit dem psychischen Tod in eine andere Dimension gelangen kann, wo jeder dann automatisch zum Banco wird. Nach vielen langen, mühseligen Jahren mit den schamanischen Diäten in Abgeschiedenheit gelang es mir luzide Träume in den Diäten zu kreieren. Luzide Träume, sind Träume, wo man weiß, dass man träumt und die Träume sind ähnlich wie die Realität. In diesen Träumen gelang es mir, mich in den berühmten Banco zu transformieren und auch meine Behinderung aufzulösen.

 

Es gelang mir auch in jede beliebige andere Gestalt zu verwandeln, alles zu materialisieren und zu dematerialisieren, jede Krankheit zu heilen und vieles mehr. Der luzide Traum war ähnlich unserer Realität, aber nicht gleich!!! Es fehlte die Stabilität, Kontinuität unserer Materie und es fehlte das Gefühl der Liebe und des Glücks unsere Grundkomponente des Universums. Der Grund warum es in dieser anderen Dimension, dem luziden Traum, etwas fehlte, war das Gottesbewusstsein selbst. Im luziden Traum war mir klar, dass ich auch der andere und die komplette Umwelt bin, ich war sozusagen alles, im kompletten Gottesbewusstsein. Die Liebe und das Glück, wie wir es auf Erden spüren und erfahren, hatte man dort im luziden Traum nicht. Die Grundidee war aber, die Liebe und das Glück so zu erfahren, wie wir es erfahren und plötzlich war ich vom luziden Traum aufgewacht wieder in unserer Realität.

 

Mir wurde sofort bewusst, dass man nicht alles haben kann, bzw. wenn man alles hat, hat man nichts, es bringt nichts. Nehmen wir an, eine Person, nennen wir sie Banco oder gewisse Superheilige diverser Religionen, kann alles. Z.B. einen kleinen Stein materialisieren, einen Berg materialisieren, eine Stadt, eine Welt, ein Universum materialisieren, alle Krankheiten heilen, Tote wieder zum Leben erwecken und vieles mehr. Es würde dann ein Chaos und ein Kasperletheater hier auf der Welt entstehen und niemand würde sich mehr auskennen. Der Materie fehlt es an Stabilität, Kontinuität und auch an gefühlter Liebe, da es ja keine Ängste mehr gibt, wenn man Tote wieder zum Leben erwecken kann. Die Natur musste sich schützen durch Beschränkung des Gottesbewusstseins, deshalb haben wir uns diese Beschränktheit ausgesucht, nicht als Strafe, sondern als Wohl für uns und deshalb bin ich behindert wegen dieser Erkenntnis.  

 

Ohne Beschränkung des Gottesbewusstseins ist unsere Lebensform in dieser Dimension nicht möglich. Erst durch die Beschränkung unseres Bewusstseins nehmen wir die Materie so wahr wie sie ist, hart und unverändert und unabhängig vom Subjekt des Wahrnehmenden.

 

Die Beschränkung des Gottesbewusstseins geschieht über:

 

die Vergessenheit, ein Teil unseres Bewusstseins mussten wir vergessen, wobei man durch das Unterbewusstsein in uns diese Vergessenheit teilweise auflösen kann – durch Selbstfindung.

 

die Angst, ein Teil unseres Bewusstseins ist gebunden durch die Ängste, lässt man sich ein auf die eigenen inneren Ängste, bekommt man mehr Bewusstsein und Liebe.

 

den Tod, man musste sich einsperren zwischen Geburt und Tod, überschreitet man den Tod kommt man ins totale Gottesbewusstsein, ins Bancobewusstsein, man ist dann der berühmte Banco, aber in einer anderen Dimension, es bringt nichts, denn dort kann man die gefühlte Liebe und Glück nicht erfahren, sondern nur in unserer Beschränktheit.

 

Das ist meine Erklärung und Erfahrung, warum es den Banco und auch all andere Geistwesen mit übermenschlichen Fähigkeiten nicht geben kann. Alles der Banco und die Geistwesen sind ein Ideenkonstrukt, eine Imagination. Sollten andere Schamanen oder Religionen mit ihren heiligen Figuren anderer Meinung sein, dann sollen sie es bitte beweisen, her mit dem Banco! Oft höre ich, ja den Banco und die anderen heiligen Figuren gibt es wirklich irgendwo versteckt, sie kommen nicht heraus, da sie niemals in aller Öffentlichkeit mit ihren Fähigkeiten was demonstrieren wollen. Dann sage ich immer, ihr könnt es nicht verkraften, dass durch Eure Religion, Selbstfindungsmethode es den Allwissenden nicht gibt, denn es würde Eure Methode abwerten und entwerten. Die Leute sind dann immer böse und verärgert, wenn sie die Wahrheit hören. Da es den Banco nicht gibt, ist das sicher auch eine Abwertung – Entwertung für den kompletten Schamanismus im Amazonasgebiet. Es gibt eben gewisse Grenzen – Naturgesetze zwischen Himmel und Erde, um die man nicht herumkommt, deshalb kann man mit dem Schamanismus nicht alle Krankheiten heilen, nicht alle Probleme lösen und nicht ins totale Gottesbewusstsein kommen. Aber innerhalb der Grenzen ist viel drinnen, möglich und das gilt es auszuschöpfen.

 

 

Ein berühmter Maler, Pablo Amaringo hat versucht verschiedene Geistwesen der Legenden und Mythen Amazoniens in Bildern darzustellen. Dazu nahm er viele Male Ayahuasca und zeichnete seine Visionen. Später verkaufte er viele seiner herrlichen Bilder und er brachte auch ein Buch heraus mit dem Titel „Ayahuasca Visions“. Dort sind die vielen Geistwesen Amazoniens beschrieben, wie sie wirken, und auch Bilder der Geistwesen, wie sie aussehen. Seine Veröffentlichungen haben wesentlich dazu beigetragen, dass die Geistwesen Amazoniens überhaupt international bekannt wurden und auch Einzug gefunden haben in den Ayahuascatourismus.

 

Im Wesen hat Pablo Amaringo vorgegeben wie welche Geistwesen auszusehen haben und welche Charaktereigenschaft man den Wesen zuordnet. Die Schamanen und Touristen haben dann diese Vorstellungen von Pablo Amaringo übernommen. Einige Wesen hat sogar Pablo Amaringo selbst neu erfunden, die es vorher noch nicht gab. Pablo Amaringo, der in Pucallpa eine Malschule hat, die USKO-AYAR-SCHULE, starb 2009. Ich konnte ihn zu Lebzeiten noch besuchen und ausführlich über verschiedene Geistwesen diskutieren. Pablo Amaringo meinte, dass sich jedes Geistwesen wirklich materialisieren und auch eine eigenständige Existenz haben kann. Ich schließe mich dem, aus den oben angeführten Erörterungen, nicht an. Pablo Amaringo selbst behauptet, er sei ein großer Schamane, Heiler und hat viele Diäten gemacht. Meine Recherchen haben aber dies nicht bestätigt, eher das Gegenteil. Sein spirituelles Wissen ist meiner Meinung undurchsichtig, ohne Substanz, von Diäten hat er keine Ahnung, aber seine Bilder sind wirklich wundervoll und es bedarf einer großen Gabe diese so herzustellen, oft malte Pablo Amaringo an einem Bild mehrere Monate. Das folgende Bild habe ich Pablo Amaringo um teures Geld abgekauft und ist heute in meinem Besitz.

Die großen Anakondas links sind die Sachamama. Im Wasser sind die Männer die Yacurunas, wenn sie herauskommen und aufsteigen an Land sind sie pelzig und braun. Die Frauen im Wasser sind die Meerjungfrauen. Am rechten Rand sind die Totengeister, der weiße ganz rechts ist der Tunchi. In der Mitte der Mann mit Pfeife und Feuer ist der Geist des Schamanen während einer Zeremonie, ganz unten am Rand die Personengruppe sind die Zeremonienteilnehmer (Kranke, Hilfesuchende). Man sieht rechts unten in der Ecke ein Tor, dass ist die Eintrittspforte zu einer anderen Dimension, oben in der Bildmitte ist ein Tor zu höheren, göttlichen Dimensionen. Laut Pablo Amaringo der das Bild gemalt und interpretiert hat, muss jeder beim Tod durch diese Tore hindurchschreiten.

 

Welchen Einfluss haben die Geistwesen Amazoniens für das Ayahuascanehmen? Ob man daran glaubt oder nicht, ob man davon weiß oder nicht, all das beeinflusst nicht wirklich die Vision, bzw. die tiefe der gemachten Erfahrung. Ob Ayahuasca funktioniert oder nicht, hängt nicht ab vom Glauben oder Unglauben an Geistwesen. Aber ab einer gewissen tief gemachten Erfahrung in Ayahuasca, erkennt man, dass die Geistwesen eigene Gedankenprojektionen – eigene Energien - sind, die man ins Außen hineinprojiziert als unabhängige Gestalten. Dadurch verändert man die Sichtweise der Geistwesen in einem selbst und dann veränder sich alles.

 

Viele Ayahuascateilnehmer beklagen sich, dass während der Ayahuascazeremonien plötzlich in Visionen oder im Raum fürchterliche Gestalten, Geister mit negativen Eigenschaften in Erscheinung treten. Sie haben dann Angst, manchmal entsteht ein Horrortrip. Es wird aber hierbei nicht erkannt, dass alle diese fürchterlichen Geistwesen nicht unabhängig sind, sondern eigene Energien, die von eigene Gedanken und Gefühlen abhängen. Man müsste in den Schmerz, Horror, die Angst hineingehen, dann lassen sich diese Bilder transformieren und man kommt in tiefe Schichten und erkennt, dass man all das selbst ist. Dieser Prozess ist sehr schwer auszuhalten und nicht jedermanns Sache. Um halbwegs doch in den Ayahuascavisionen mit den Ängsten, erscheinenden Geistwesen auszukommen, kann man gewisse Dinge tun, z.B. gewisse Lieder singen, Tabakrauch oder Pflanzenessenzen einsetzen – versprühen, die Gedanken auf bestimmte andere schöne Dinge konzentrieren, zuckerhaltiges Zitronenwasser trinken, dass die Visionen verringert, den Kopf, Körper mit kalten Wasser abkühlen, usw. All das dient, um in eine andere Schwingung – Emotionszustand zu kommen und dann lösen sich die eigenen fürchterlichen Geistprojektionen, die man nicht als eigene Gedanken erkennt, während der Ayahuascatrance auf.

 

Der Glaube oder Unglaube an Geistwesen ist wie eine Charaktereigenschaft des Menschen, man kann mit diesem leben, arbeiten, annehmen, ablehnen oder auch verändern.

   Amazonasurwald