DIÄTEN

 

 

Wenn man im Amazonasgebiet auf Schamanen trifft taucht der Begriff spirituelle Diät immer wieder auf. Wenn man fragt, wie wird man Schamane, dann sagen alle ohne Ausnahme durch die spirituelle Diät. Wenn man fragt, wie man besondere Fähigkeiten und Heilkräfte erlangt, dann sagen alle Schamanen durch die spirituelle Diät. Wenn man fragt, wodurch schwere körperliche Krankheiten und große psychische Probleme geheilt werden, dann sind sich alle Amazonasschamanen einig, durch die spirituelle Diät.

 

Der Begriff Diät kommt aus dem griechischen und damit ist gemeint sich zu einer gewissen Lebensführung, Lebensweise, zu bekennen. Der griechische Arzt Hippokrates gilt als Begründer der Medizin. Er forschte nach einer richtigen und gesunden Art zu leben und nannte diesen Weg Diätetik. Hippokrates gab Ratschläge, im Sinne einer geregelten Lebensweise, die zur Gesunderhaltung oder Heilung beitrugen, sowohl körperlich als auch seelisch. Mit dem Begriff Diät ist hierzulande in der westlichen Welt das FASTEN verbunden. Beim Fasten handelt es sich um einen teilweisen oder völligen Verzicht auf Speisen, Getränken, Genussmitteln, Sexualität etc. für einen bestimmten Zeitraum, um etwas Bestimmtes zu erreichen. Meist will man an Gewicht abnehmen oder beim Heilfasten will man durch diese Maßnahmen seine Gesundheit und sein Wohlbefinden verbessern oder wiedererlangen.

 

Eine spirituelle Diät im Amazonasgebiet unterscheidet sich doch sehr wesentlich von den Diäten hier in Europa.

 

Die zentrale Basis der spirituellen Diät im Amazonasgebiet ist der andere, veränderte, Bewusstseinszustand. Im normalen Leben denken und fühlen wir auf eine gewisse Art und Weise. Innere, unsichtbare Bereiche sind schwer zugänglich bzw. nicht fassbar.

 

Wenn man im Amazonasgebiet an einem schamanischen Ritual, z.B. Ayahuascazeremonie (Einnahme von Ayahuasca), teilnimmt, wo psychoaktive Pflanzen eingenommen werden, dann führt das kurzfristig (einige Stunden, 1 Nacht) zu einem anderen, veränderten, außergewöhnlichen Bewusstseinszustand. Die Erlebnisse, genannt VISIONEN und Erkenntnisse, wenn sie tief genug sind, können unser weiteres Leben verändern. Es handelt sich hierbei um einen kurzfristigen Prozess, meist etwas oberflächlich, in gewisse ganz tiefere, verborgene Bereiche kann man schwer vordringen, dafür ist die Zeit einfach zu kurz. Eine Nacht genügt meist nicht, um unser Leben komplett zu verändern, gewisse Denkmuster und Gefühlsstrukturen werden hier kaum verändert.

 

Die spirituelle Diät im Amazonas geht über Wochen, Monate. Das Wesen der spirituellen Diät ist es, dass man sich in eine Abgeschiedenheit (z.B. Hütte im Urwald) für längere Zeit zurückzieht. Man macht in der spirituellen Diät den ganzen Tag möglichst wenig, hat keinen Kontakt zur Außenwelt, isst wenig und in der Nacht dann geht man durch Unterstützung mittels verschiedener Pflanzen auf Traumreise. Die Urwaldpflanzen werden nur in geringen Mengen in der Startphase als Türöffner ein paar Tage genommen, dann werden diese abgesetzt und nicht mehr eingenommen.

Trance oder Visionen wie bei einer Ayahuascazeremonie hat man nicht, dazu sind die Diätpflanzen zu schwach. Jeden Tag nachts aber, hat man intensive Träume.

Mit der fortgeschrittenen Zeit in der Diät transformieren sich die Träume in andere, tiefere Bewusstseinszustände.

Man kommt hier in den letzen Winkel unseres Unterbewusstseins. Dann werden innere, unsichtbare Bereiche zugänglich und sind greifbar. Die Erlebnisse, genannt TRÄUME und Erkenntnisse sind tief genug und beeinflussen so automatisch unser weiteres Leben.

Das Ziel der spirituellen Diät im Amazonasgebiet ist es in einen anderen Bewusstseinszustand zu kommen und dadurch eine andere Art und Weise des Denkens und des Fühlens zu lernen und diese neue Struktur in sich zu integrieren und dann bleibt alles immer erhalten.

 

Der Selbfindungsprozess bei einem schamanischen Ritual durch die Einnahme von psychoaktiven Pflanzen, z.B. Ayahuascazeremonie, geschieht über Visionen, man ist sozusagen noch wach bzw. halbwach. Es ist kurzfristig und meist nicht tief genug. Denkstrukturen und Gefühlsmuster werden kaum nachhaltig verändert. Man könnte das vergleichen, wenn man eine leichte Krankheit hat, dann geht man zum Arzt und der verschreibt einem ein Medikament, das man einnimmt.

 

Der Selbstfindungsprozess bei einer spirituellen Diät, geschieht über nächtliche Träume, man ist nicht mehr wach. Die Träume gehen über Wochen, Monate, es ist langfristig und sehr tief, man kommt in Bereiche, wo man durch Visionen im wachen oder halbwachen Zustand sonst niemals hinkommt. Hier werden Denkstrukturen und Gefühlsmuster für immer nachhaltig verändert und zwar automatisch. Man könnte das vergleichen, wenn man eine schwere Krankheit hat, man geht zum Arzt und dann muss im Spital operiert werden.

 

Die spirituellen Diäten im Amzonasgebiet funktionieren im Wesen wie folgt:

Wir nehmen unsere Umwelt durch unsere 5 (6) Sinne war. Die Energie von Augen, Nase, Ohren, Mund, Gefühle geht von innen nach außen und umgekehrt. Was würde passieren, wenn man alle diese Sinne Ausgänge verstopft, schließt, wahrscheinlich würde man sterben, z.B. weil man ja irgendwie atmen auch muss. Dies ist klar und eindeutig. Was würde aber passieren, wenn man diese Sinne - Eingänge, Öffnungen, bis auf das Lebensminimum beschränkt, das heißt so weit einschränkt, dass die Energie von innen nach außen nur ein bisschen fließt, gerade zum Leben reicht. So ähnlich wie bei Blinden, die nicht sehen können, entwickeln sich dann die anderen Sinne und inneren Bereiche (z.B. Intuition) stärker, das Unterbewusstsein kommt zum Vorschein und genauso funktioniert die spirituelle Diät.

  

In der spirituellen Diät macht man den ganzen Tag fast nichts, man wartet eigentlich nur auf die Nacht und die Träume.

Durch das lange Leben in Abgeschiedenheit unter großem Opfer und Entbehrungen verwandeln sich die Träume in der Nacht mit der Zeit. Die Energie der Sinne, die künstlich gespart, zurückgehalten, werden am Tag, verwendet man in der Nacht dann als Energie (Sprit, Treibstoff) um in tiefere Regionen vorzustoßen. Die Träume verwandeln sich in eine Art Realität, eine dreidimensionale Simulation. So kommt man tiefer mit seinem höheren Selbst, Seele, Unterbewusstsein, in Kontakt.

Die Abgeschiedenheit, der totale Verzicht sozusagen auf alles, und die damit aufgesparte Energie, die ist es, die es erst ermöglicht, dann in tiefere Bereiche in nächtlichen Träumen vorzustoßen. Ohne diesen Verzicht, Abgeschiedenheit, wäre dies nicht möglich in dieser Form.

 

Die tiefe der Träume unterscheidet eine normale psychologische, therapeutische Traumarbeit von der Traumarbeit bei einer spirituellen, schamanischen Diät im Amazonasgebiet. Viele sagen einfach, die Diät ist ein lernen in Träumen, aber dies ist zu einfach und oberflächlich. Die Träume transformieren sich mit der Zeit in etwas Tieferes und sind dann in Wahrheit keine Träume mehr, sondern ein neuer, andersartiger, tieferer, außergewöhnlicher Bewusstseinszustand. Mit der Zeit nach Wochen tritt dann eine gewisse Luzidität ein. Luzidität ist lateinisch und heißt Klarheit, Wachheit, man könnte aber auch sagen Erleuchtungszustand.

 

Alles in unserem Leben ist Bewusstsein und Geist, nur ist uns dies nicht bewusst. Wenn es zu Problemen, sei es jetzt gesundheitlicher, seelischer, psychischer oder anderer Art kommt, ist unser Bewusstsein nicht in Harmonie, im Einklang, mit den äußeren, wahrnehmbaren Bereichen und den inneren nicht wahrnehmbaren Bereichen.

 

Die Wissenschaft meint, dass es diese inneren Bereiche nicht gibt. Laut Wissenschaft gibt es nur jene Bereiche, die auch mit Maschinen, Computer, chemischer Analysen messbar sind. Nach dieser Sichtweise sind unsere Gefühle, unsere Liebe unser inneres Glück nicht existent, da man mit Maschinen, Computer, chemischer Analysen es nicht nachweisen kann, wann und wie viel Glück oder Liebe wir im Moment erfahren. Wissenschaftlich handelt es sich bei Liebe und Glück, um chemische Prozesse, ausgelöst durch gewisse Botenstoffe. Wir alle wissen aber, dass dies eine sehr eingeschränkte Sichtweise ist oder nicht? Liebe und Glück muss viel mehr sein als ein chemischer Prozess, denn sonst könnte man von außen durch gewisse Stoffe, die man zu sich nimmt, Liebe und Glück erzwingen und erfahren. Die schamanischen Konzepte im Amazonasgebiet beruhen auf anderen Fundamenten, den Fundamenten der anderen Bewusstseinszustände, die man erfährt und fühlt.

 

Diese Strategie der Diät in Abgeschiedenheit ist genial, man muss es einfach selbst erfahren dieses Rezept und schauen was dabei herauskommt. Wenn man dann eine Veränderung bemerkt in seinem Leben, dann funktioniert dieses Rezept der spirituellen Diät. Der nicht in Harmonie befindliche Teil, man könnte auch sagen der kaputte Teil der Seele, des Höheren Selbst, des Unterbewusstseins repariert sich selbst und automatisch mit der Zeit in der Diät. Dieser in Disharmonie verborgene Teil der Seele, Höheren Selbst, Unterbewusstsein ist verantwortlich für unsere Probleme und Krankheiten, sowohl psychisch als auch körperlich. Die Probleme und Krankheiten sind nur eine äußere Manifestation von der inneren Disharmonie. So ist das Konzept der schamanischen Selbstfindung aufgebaut. Die spirituelle Diät im Amazonasgebiet, ist die wirkungsvollste Methode, die ich kenne, sein Unterbewusstsein zu verändern, neu zu programmieren und dann verändert sich alles vor allem Gesundheit und Probleme.

 

Die Energie folgt der Aufmerksamkeit der Gedanken und Gefühle, wenn man durch die Diät die Energie, Gedanken, Sinne mehr nach innen richtet, durch die Abgeschiedenheit, Aufopferungen, Entbehrungen, dann kommt man auch mehr mit dem Inneren in Kontakt, alles (Bewusstsein) ist eine Frage des Fokus.

 

Bei einem Problem (Krankheit, psychische Sache, usw.) fühlt man sich unwohl. Das bedeutet das Bewusstsein ist durch unser Denken und Fühlen an einen gewissen Fokus fixiert. Das Problem löst man, indem man die Fixierung auf diesen Fokus auflöst. Man muss die Verhaftung, die Fixierung des Bewusstseins, aufgeben, dann verändert man sein Denken und Fühlen und auch seine Umwelt. Tun kann man das normalerweise nicht im normalen, logischen Bewusstseinszustand, sondern nur in einem anderen Bewusstseinszustand und den erlangt man durch die spirituelle Diät.

 

Ich verwende den Begriff ungern, aber in der Esoterikszene wird oft von EGO gesprochen. EGO ist lateinisch und heißt einfach ich oder selbst. Es wird meist negativ verwendet mit Egoismus, man denkt nur an sich selbst. Für mich ist Ego im positiven, spirituellen Sinn, das Verhaftet sein des Bewusstseins, eine gewisse Art und Weise des Denkens und genau diese Verhaftung muss aufgelöst werden. Man sagt dann das EGO verändert sich oder löst man auf. Die Diät verändert (verkleinert) also unser EGO. Dieser Prozess ist kurzfristig sehr schmerzvoll, aber später kommen neuere, bessere, liebevollere Energien herein.

 

Nochmals zusammengefasst, die spirituelle Diät ist ein Lernen in Träumen auf subtiler Ebene. Man lernt sozusagen von seinem, eigenen, höheren Selbst – eigener Seele, der bewusste Teil tritt dann mit dem unbewussten Teil mit einem in Kontakt. Das Höhere Selbst in mir ist ja totale Liebe und so komme ich durch die Diät mit meiner Liebe in Kontakt – es kommt dann mehr Liebe in mein Leben und Liebe transformiert und heilt alles.

 

Später dann einmal bleiben gewisse Energiezentren geöffnet für immer im Leben, das bedeutet, dass sich dann z.B. in der Nacht in Zukunft im Leben die Träume vervielfachen und somit mehr Botschaften hereinkommen. Ich erkläre den Leuten immer einfach man lernt in der Diät in Träumen aber in Wahrheit sind es keine Träume – es ist so ähnlich wie die Realität, viel klarer, fester, länger und besser steuerbar. Es tritt dann auch später mit Übung eine gewisse Steuerbarkeit ein – Luzidität, man könnte es sagen, dass man wie in einem 3D-Film ist.

 

Anzumerken ist noch, dass man gewisse Regeln in der Diät unbedingt zu beachten hat:

 

-       keinen Kontakt zur Außenwelt hat, man ist isoliert

-       keinen Kontakt zu Computer, Fernsehen, Handy oder Internet

-       nur gewisse spezielle Sachen essen und trinken

-       keine sexuellen Beziehungen, keine Selbstbefriedigung  

-       zurückgezogen lebt, um die Energien zu halten

 

Jeder Schamane hat da selbst seine eigenen, strengen Regeln und Vorstellungen, das sind im Groben und Ganzen die Richtlinien.

 

Die spirituelle Diät verändert einen innerlich auch charakterlich. Wenn wer sich für diesen Prozess entscheidet, dann kann man nachher nicht einfach aussteigen, denn das könnte negative Konsequenzen haben. Die Diät schaut sehr unscheinbar aus, aber dafür ist sie umso potentieller im Hintergrund.

 

Der Diätprozess selbst ist aber sehr schwierig. Ständig gibt es ein auf und ab, sehr oft ist man in der Einsamkeit niedergeschlagen und deprimiert und braucht gerade da große Hilfe (Betreuung vom Schamanen). All das ist Bestandteil der Selbstfindung. Normalerweise ist der Schamane, die einzige Person, die den Diätenden während der Diät betreut. Es hat sich durch meine Diätexperimente herausgestellt, dass es günstig wäre, wenn der Schamane oder eine andere Betreuungsperson den Diätanfänger ständig Tag und Nacht begleitet, was so viel heißt, dass die betreuende Person (Schamane) die komplette Diät mitmachen sollte.

 

Während der Diät geschieht nämlich folgendes, durch die Entbehrungen und Rückzug im Leben was unlogisch und nicht normal ist (den ganzen Tag nichts machen), entstehen große Probleme, Krisen, Depressionen, da muss man durch. Die ganze Chemie und Hormone im Körper spielen verrückt. Wenn man dann abbricht in dieser Krise kommt es zum Schaden und wahrscheinlich nie mehr wieder würde man eine Diät machen. Bei einem eventuellen auftretenden gesundheitlichen Problem während der Diät sollte man nicht abbrechen, es ist Teil des Selbstfindungsprozesses. Die Probleme werden in der Nacht im Traum – anderen Stadium gelöst.

  

Im Vorhinein legt man eine gewisse Zeit fest, die man in spiritueller Diät verbringt, z.B. 2 Monate, und das muss man genau auch einhalten! Man gibt sozusagen der Seele 2 Monate Zeit, um etwas zu lernen, zu erklären in den nächtlichen Träumen. Es muss aber nicht 2 Monate sein, sondern kann auch 1 Monat, 3 Wochen, etc. sein. 3 Wochen ist die Minimumzeit, alles darunter ist nicht sinnvoll, denn dann kommt man nicht in wirklich tiefere Bereiche. Man sagt, dass wenn man ein neurales Netzwerk wie Denken oder Fühlen verändern will, man Minimum 21 Tage benötigt. Ob es wirklich 21 Tage benötigt, um ein neues neurales Netzwerk (Nervenverbindungen) aufzubauen, weiß ich nicht, klar ist aber, dass dies nicht in einen, zwei oder drei Tage geschieht. Deshalb kann nur durch eine einmalige Ayahuascaeinnahme, eine Nacht, kaum ein neues neurales Netzwerk aufgebaut werden oder anders ausgedrückt, man kann nur schwer bzw. nicht durch einmalige Ayahuascaeinnahme zu einem anderen Denken und Fühlen in uns kommen.

 

Wichtig ist die selbstvorbestimmte Zeit einzuhalten. Wenn man dann seine Diät ordnungsgemäß erledigt hat, dann gibt man sich selbst ein positives Zeichen, dass man sein Ziel erreicht hat, das Selbstwertgefühl steigt. Man hat sich geistig etwas vorgestellt und auch erreicht. Später dann außerhalb der Diät, ist der Geist gestärkt und dann erreicht man auch, was man sich vorstellt.

 

Sollte man einmal, die selbst vorgegebene Diätzeit nicht einhalten können oder wollen, verliert man an spiritueller Kraft, man sollte dann um den Fehler auszumerzen, dass Doppelte nachholen, z.B. 1 Monat nimmt man sich vor in einer Diät zu verbringen, man schafft es nicht, man bricht vorher ab. Dies hat negative Konsequenzen im Inneren, Unterbewusstsein, man hat sein inneres, selbstgewählte, Versprechen nicht eingehalten. Dann sollte man um den Fehler auszumerzen und sein Unterbewusstein zu stärken 2 Monate Diät nachmachen. Viele Menschen, die eine Diät beginnen und abbrechen, machen dann niemals mehr wieder im Leben eine Diät, das eigene Vertrauen in sich ist für immer verlorengegangen. Der spirituelle Diätweg kommt dann zur Selbstverwirklichung und Heilung nicht mehr in Frage.

 

Während der Diät isst man keine Gewürze, Früchte, Süßigkeiten oder fette Speise, usw. Alkohol und Drogen sind auch verboten. Am Ende der Diät nimmt man einen Teelöffel Salz zu sich, so symbolisiert man seinen Körper, dass die Diät beendet ist, danach darf man wieder alles machen, was man will. Jeder Schamane hat hier so seine eigenen Vorschriften, gemeinsam ist eben Schonkost einnehmen und nur ganz bestimmte Sachen trinken Wasser, Maniokbrei, etc.

 

Wenn eine längere Diät beendet wird, braucht der Körper und Geist wieder eine gewisse Zeit sich ins normale Leben zu integrieren (das kann bei längeren Diäten z.B. 3 Monaten mehrere Wochen dauern). In dieser Zeit ist es sehr wichtig seinen Körper zu schonen, die inneren, neu gebildeten Energien (neue Denk- und Gefühlsstrukturen) brauchen eine Zeit um ordnungsgemäß zu arbeiten. Besonders empfiehlt man auch hier auf Sex, Selbstbefriedigung, schwere Speisen, der Besuch von berauschenden Festen zu verzichten. Man soll nicht auf alles Schöne im Leben für immer verzichten, nur eine gewisse Zeit, bis sich die neuen Energien gesetzt haben. Der Körper braucht auch einige Zeit um z.B. Muskeln, Fette, gewisse Elemente (Salze) im Körper wieder aufzubauen. Würde man den Körper nicht schonen, kann es zu sehr großen Schäden kommen. Ein Beispiel: Man macht eine Diät von 3 Monaten, verzichtet in dieser Zeit auf Sex. Nach Ende der Diät macht man sofort Sex, dann kann es zur Katastrophe kommen, die ganze spirituelle Arbeit von 3 Monate Diät ist dann dahin, unter Umständen tritt eine Krankheit auf. Sex ist ein Energieprozess, beim Orgasmus tritt ein gewisser Bewusstseinszustand der Offenheit, Einheitsgefühl, Ekstase ein. Genau in dieser Offenheit werden alle in der Diät mühselig gesammelten inneren Energien mit einem Schlag nach außen katapultiert, sie lösen sich in Luft auf. Das ist so wie mit einem Luftballon. Die Luft im Ballon ist die spirituelle, erarbeitete Energie in der Diät. Öffnet man den Verschluss des Ballons – das entspricht dem Orgasmus beim Sex, strömt die Luft mit einem Schlag nach außen und ist verschwunden. Der Ballon ist dann wertlos, er muss wieder mühselig mit Luft – spirituelle Arbeit - gefüllt werden. Die Luft im Ballon muss in den Körper integriert werden und das braucht seine Zeit, je nach spirituellem Entwicklungsstand. Eine Person, die mit Diäten beginnt, braucht Erfahrung und viel Zeit, wie die Integration geschieht. Eine fortgeschrittene Person, braucht weniger Zeit, kann also dann nach einer Diät, sich schneller wieder ins Leben zurückintegrieren. Das ist der häufigste Fehler, der nach der Diät gemacht wird. Die Touristen, die ins Amazonasgebiet kommen, machen eine Diät und unmittelbar danach schlagen sie zu. Durch die lange Entbehrungszeit in der Diät, wird schnell viel gegessen, Alkohol oder Drogen genommen oder zu schnell Sex gemacht. Den Leuten geht es dann sehr schlecht, schlechter als vor der Diät. Der ganze Diätprozess wirkt sich irgendwie negativ, zerstörend auf die Gesundheit aus.

 

Der Schamanismus im Amazonasgebiet arbeitet mit anderen Bewusstseinszuständen, entweder werden Pflanzen in einem Ritual an einem Tag eingenommen und man geht dann auf TRANCEREISE oder aber man macht eine spirituelle Diät von mehreren Wochen (Minimum 3 Wochen) oder Monaten und geht dann auf TRAUMREISE. Das befassen mit den Diäten ist schon eine andere, tiefere Ebene. Immer geht es hierbei um das Endziel eine Veränderung bei seinem Denken und Fühlen zu erreichen. Durch die Veränderung von unserem Denken und Fühlen verändert sich auch unser Bewusstsein.

 

Hier nochmals eine spirituelle Erklärung wo der Unterschied ist zwischen einer einmaligen Einnahme von psychoaktiven Pflanzen z.B. Ayahuascazeremonie und eine längerdauernden Diät über Wochen oder Monaten.

 

Während der Einnahme von psychoaktiver Pflanzen denkt und fühlt man anders. Kurzfristig in Trance scheinen alle Probleme gelöst. Wenn die Trance verschwindet sind alle Probleme wieder da.

Das Hauptproblem bei der Einnahme von psychoaktiver Pflanzen ist, dass Gefühlte während der Visionen in unsere Realität (Tagesbewusstsein) zu integrieren. Jedem Gefühl liegt ein bestimmtes Denken und Handeln zugrunde. Wenn die Pflanzen aufhören zu wirken, denkt und handelt man anders als in den Visionen, man müsste aber so denken und handeln wie in den Visionen, um seine Probleme wirklich zu lösen. Das Problem ist das Halten des Gefühlszustandes in den Visionen über die Visionen hinaus! Wem das gelingt für längere Zeit der löst auch seine Probleme.

 

Die Einnahme von psychoaktiven Substanzen dienen meist nur der Orientierung, die Umsetzung ist dann sehr schwer, aber grundsätzlich möglich, man muss über seinen eigenen Schatten springen und alte Gewohnheiten, Denkstrukturen und Gefühlsmuster über Nacht sozusagen aufgeben. Aus diesem Grunde haben die psychoaktiven Pflanzen einen schlechten Ruf so etwa, es bringt keine Verbesserung der Lebensqualität, wenn man sie nimmt. Schuld sind aber nicht die Pflanzen, sondern wir Menschen, die es nicht schaffen aufgrund unseres Egos die Visionen umzusetzen.

 

Bei den spirituellen Diäten ist es anders, genau umgekehrt. Man nähert sich langsam an. Durch das ständige Träumen in der Nacht lernt man Schritt für Schritt sein Denken und Fühlen zu verändern, dann ändert sich auch das Bewusstsein automatisch und alles andere. Dadurch wird die Gebundenheit des Bewusstseins befreit. Die Träume gehen viel tiefer als die Visionen mit psychoaktiver Pflanzen, da dort dann das Ego noch viel kleiner ist. Mit Ego ist gemeint, die Position des Bewusstseins, also die Fixierung an einen gewissen Punkt durch eine bestimmte Art und Weise zu Denken und zu Fühlen. Genau das wird in der Diät automatisch verändert, das Denken und Fühlen, danach ist man ein anderer Mensch mit besserer Lebensqualität, da ja die Probleme geringer bzw. ganz aufgelöst sind.

 

Die 2 Grundkomponenten der spirituellen Diät sind:

 

DAS LERNEN IN TRÄUMEN

 

AUFLÖSEN DER VERHAFTUNG (des Bewusstseins)

 

Sehr intensiv und lange habe ich mich in meinem Leben mit den spirituellen Diäten des Schamanismus im Amazonasgebiet befasst. Die Diäten sind mein Spezialgebiet, 31 Monate habe ich hinter mir. Der Grund warum ich all dies tat, ist meine körperliche Behinderung seit der Geburt und meine ehemalige Krebserkrankung. Ich wollte meine körperliche Behinderung auflösen, das war unmöglich aufgrund der Naturgesetze, auflösen konnte ich aber all meine anderen Probleme, speziell die Komplettheilung meiner Krebserkrankung ist mir durch die Diäten gelungen. Heute bin ich ein anderer Mensch mit anderem Denken und Fühlen, die Lebensqualität und das Glück ist um ein Vielfaches gestiegen, ich habe mein Glück und die Liebe bei den Amazonasschamanen gefunden. Das System des Schamanismus im Amazonasgebiet kann ich nur weiterempfehlen, vor allem aber dann, wenn es mit herkömmlichen Mitteln unserer westlichen Welt keine Lösungen gibt für gewisse Probleme oder Krankheiten.

  

 

  

Aufgenommen im Jahr 2007 in einer Hütte im Amazonasgebiet. 6 Monate Diät ohne Unterbrechung. Sehr große Herausforderung für Köper und Geist. Die länge des Bartes ist nach 5 Monaten. Gewichtsabnahme in 6 Monate von 84 kg auf 58 kg. In 6 Monate ca. 600 intensive Träume zum Lernen gehabt, alle Träume wurden in mehrere Tagebücher aufgeschrieben.

31 Diätmonate, 3200 aufgeschriebene Träume in 70 Tagebüchern. Es hat sich alles ausgezahlt, durch die Diäten konnte ich meine Krebserkrankung komplett ausheilen und den Diäten verdanke ich, dass ich heute noch lebe 

(unten stehende Bilder zum Vergrößern anklicken)

Mein Schamane Marcelo und ich auf dem Anwesen, wo wir gemeinsam 13 Monate (den Rest 18 Monate von 31 Monaten, habe ich alleine woanders Diäten gemacht) eine spirituelle Diät gemacht haben in Abgeschiedenheit.

Bild rechts: Unsere Diäthütte, dort haben wir 13 Monate gemeinsam verbracht.

Der Innenraum unserer Diäthütte, weißes Bett mit Mosquitosnetz im Vordergrund, mein Bett.

   Amazonasurwald